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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 465

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 465 (sequence 3)
Language
German
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465 Leistungen in keiner Weise geringer ein als die Leistungen der Chaluzim in unseren Tagen. Aber trotz dieser Begeisterung waren ihre Siedlungen vor 20 Jahren, als die Zionistische Organisation ihre ersten landwirtschaftlichen Versuche begann, ein Zerrbild von dem, was wir unter einer jüdischen Siedlung heute verstehen. Der Geist der Baale-Batijuth war über den Geist der Chaluziuth mächtig geworden, unterstützt von dem System der Bevormundung, das in den Siedlern den ursprünglichen Enthusiasmus mehr und mehr erstickte. Ich glaube, wir können gar nicht genug vom Geiste der. Chaluziuth in unseren Siedlungen aufspeichern. Denn die Bedürfnisse des Tages und das allmähliche Aelterwerden werden für sich allein genügen, an diesem Enthusiasmus zu nagen. Vergessen Sie nicht, daß der Zionismus, wie sich mehr und mehr herausstellt, eine Arbeit auf lange Sicht ist. Wir werden nicht morgen oder übermorgen oder in fünf oder in zehn Jahren unsere Hände in den SchoB legen und sagen können: nun ist's getan! Es ist eine Arbeit, die noch die kommende Generation beschäftigen wird, besonders die kommende Generation in Palästina. Diese wird der Eckpfeiler unseres zukünftigen Gemeinwesens dort sein. Jedes in Palästina geborene jüdische Kind ist für uns ein wertvolles Aktivum. Es ist ein Glück, daß die Scheu vor reichem Kindersegen, die in den Galuthländern die Juden erfaßt hat, auf Palästina noch nicht übergegriffen hat. Wir haben dort den Optimismus, die Hoffnungauf die Zukunft, welche Kinderreichtum noch als Glück empfindet, wie es bei unseren Großeltern der Fall war und durch welche das jüdische Volk sich zwei Jahrtausende trotz der Ungunst der äußeren Verhältnisse erhalten hat. Die Juden in Palästina haben die höchste Geburtenziffer unter allen Juden der Welt. Aber um so wichtiger ist es, daß diese Jugend in Palästina bleibt und ihm nicht, angezogen von den größeren materiellen Aussichten anderer Länder, den Rücken kehrt. Das war der Grund zum Verfall der alten Siedlungen, daß die Jugend aus Mangel an Enthusiasmus sie verließ. Lassen wir uns das eine Warnung sein. Wir müssen der Jugend ihren Enthusiasmus bewahren, und das wird nur dann gelingen:; wenn die Eltern ihren Enthusiasmus bewahren und ihre Kinder damit erfüllen. Es wird, wie mir scheint, auf diesem Kongreß von manchem :geringschätzig angesehen, wenn wir in unseren Aufbauarbeiten von dem Werte des Enthusiasmus .sprechen. Diese Geringschätzung wäre berechtigt, wenn wir hier in der Generalversammlung einer Aktiengesellschaft wären, wo alle Dinge lediglich vom Profitinteresse beurteilt werden. Aber an dem Tage, .an dem das Profrtinteresse zum Prinzip unserer Arbeit gemacht werden wird, wird unsere Bewegung tot sein, und'niemand wird sie mehr zum Leben erwecken können. Eines der wertvollsten Aktiven, die wir iii den •letzten 20 Jahren erworben haben, ist der Enthusiasmus unserer

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