Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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416 unterstützt^ respektive tos Leben gerufen werden. Die Beteiligung der Organisation soll hierbei über 25 (Prozent nicht hinausgehen. Nach meinen Erfahrungen kann man an die Gründung solcher Gesellschaften erst herantreten, wenn der Boden erworben ist und die ersten Aufschließungsarbeiten und Projektierungen vorgenommen sind, wofür etwa 20 bis 25 Prozent des Aktienkapitals gebraucht werden. Dann wird die Placierung der restlichen 75 Prozent leichter vonstatten gehen. Für Pfd. 30.000, die die Organisation zu diesem Zwecke ausgibt, wird sie Pfd. 90.000 aus privaten, ihr sonst nicht zugänglichen Kreisen mobilisieren und so unseren landwirtschaftlichen Etat kostenlos um Pfd. 90.000 vergrößern können. Die Organisation könnte ihren Anteil von Pfd. 30.000 beliebig verwerten, ihn also entweder abstoßen und neue Gesellschaften gründen oder behalten und Arbeiter, die bei den Pflanzungen beschäftigt werden, damit ansiedeln. Es liegt auch im wohlverstandenen Interesse der Arbeiterschaft, diese Pfd. 30.000 zu bewilligen, da ihr dabei folgende außerordentliche Vorfeile zugute kommen können: einmal muß eine Gesellschaft mit beispielsweise Pfd. 120.000 Aktienkapital mindestens Pfd. 40.000 für Arbeitslöhne. aufwenden, das heißt an die Arbeiterschaft fließt ein größerer Betrag zurück, als er jetzt von der Organisation zur Verfügung gestellt wird. Zum anderen hat die Organisation die Möglichkeit, mit ihrem Gesellschaftsanteil (25 Prozent) 40 bis 60 unbemittelte Arbeiter anzusiedeln, also weit mehr, als wenn die Pfd. 30.000 heute direkt zur Ansiedkng verwendet werden würden. Außer diesen rein . wirtschaftlichen Erwägungen sprechen noch andere Gründe für meinen Vorschlag, die zu berühren weniger angenehm ist. Durch die Propaganda für Orangenbau hat sich eine lebhafte Nachfrage nach Orangenboden eingestellt, die weniger durch die wirklichen Interessenten als durch die Spekulation bedingt ist, und ich muß leider feststellen und sage das in vollem Bewußtsein meiner Verantwortlichkeit, daß es in Palästina weder eine Person noch eine Gesellschaft gibt, die sich mit 'Bodenkauf befaßt, ohne unberechtigte Aufschläge beim Weiterverkauf zu erheben. Aufgabe der Organisation muß es sein, hier große Flächen ■zu erwerben und Pflanzungslustigen Boden unter guten Bedingungen zur Verfügung zu stellen, um jeden Anreiz oder jede Notwendigkeit zu einem gesonderten Vorgehen zu nehmen. Daß hiermit auch am besten der zionistischen Bodenikaufpolitik gedient ist, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Ich glaube nachgewiesen zu haben, daß die Mittelstandskolonisation eine der dringendsten, nicht aufschiebbaren Aufgaben unserer Bewegung ist. Ich habe gezeigt, wie der Mittelstand ohne landwirtschaftliche Vorbildung zur landwirtschaftlichen Ansiedlung mit guter Existenz gebracht werden kann, noch dazu in Verhält-