Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 20)
- Language
- German
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417 nisse, die ihm liegen. E s gib t kein en schn e 11 e r en, k eine n natürlicheren, keinen billigeren Weg, um Juden mit Palästina und seiner Landwirtschaft zu verbinden. Ich behaupte, daß der Mittelstand dem Rufe der Bewegung Folge leisten wird, sobaüd diese vorangehen und wirtschaftliche Wege und Methoden weisen wird. Es ist Aufgabe des XV. Kongresses, die Mittelstandssiedlung ein für allemal zum integrierenden Bestandteil unseres Kolonisationswerkes zu machen und für ihre exakte, unbehinderte und geschäftsmäßige Durchführung Sorge zu tragen. Die Frauenarbeit in Palästina. Von Dr. Martha Hofmann, Wien. Die Frauenarbeit in Palästina hat sich in den letzten Jahren sehr rasch entwickelt. Vor dem Kriege waren die Frauen bekanntlich in solcher Minderheit, daß auf eine Kwuzah von 20 bis 30 Personen durchschnittlich nur etwa 2 bis 4 Frauen kamen. Auch in den Städten war ihre Zahl gering, da nur wenig Familien gemeinsam einwanderten. Nur in den alten Kolonien und in den Kreisen der alt eingesessenen, zumeist sephardischen Judenheit kamen (bürgerliche) Frauen in Betracht. Nach dem Kriege setzte die Einwanderung der selbständigen, arbeitenden Frau sowie der bürgerlichen Familienmutter ein. In den zwei Jahren 1924 bis 1926 betrug die Zahl der einwandernden, unverheirateten Frauen etwa 7700, von denen die Mehrzahl heute im Erwerbsleben steht. Aber auch ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz deV verheirateten Frauen steht im Berufe. Heute gibt es zirka 8000 Arbeiterinnen im Lande, die Hälfte davon ist in der allgemeinen Arbeiterorganisation (Histadruth Haowdim) organisiert*). Ueber 2000 sind in der Landwirtschaft tätig, ferner ein starker Prozentsatz in der Konfektionsindustrie als Näherinnen, Stickerinnen, usw. Auch als Fabriksarbeiterinnen (Zigaretten, Zündhölzchen, Textil, Kartonage etc.) sowie bei Bauarbeiten sind die Chaluzoth beschäftigt. Der Tageslohn in den Fabriken ist sehr niedrig, 10 bis höchstens 25 Piaster täglich. Es besteht eine starke Konkurrenz durch arabische Frauen und Kinder. Die Arbeitslosigkeit, das die Nachfrage weit übersteigende Angebot, aber auch das Mißtrauen vieler Kreise gegen die Leistungsfähigkeit der Chaluzah erschweren die Hebung ihres Standards. In der letzten Zeit suchen die Chaluzoth vielfach auch in Privathaushalten Stellung zu finden, doch ist die gründliche hauswirtschaftliche Vorbereitung und die Anpassungsfähigkeit bei ihnen noch keineswegs immer vorhanden. *) Vgl. Hedwig \Gellner: Die Arbeiterin in Erez Israel (Bericht des Arbeitsdepartements der Zionistischen Organisation 1926) und Arbeitszarkular der W1IZO., London, Jänner 1927.