Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 16)
- Language
- German
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413 3. M a n d e 1 n. Mandeln rentierten vor dem Kriege recht gut. Nach dem Kriege lagen die Preise stark darnieder, erst in den letzten Jahren haben sie wieder angezogen; -unverhältnismäßig stärker sind jedoch die Bearbeitungs^ und Erntekosten gestiegen, so daß die Rente augenblicklich zirka Pfd. 1 bis 2 per Dunam beträgt. Es wäre zwar nach dem Vorgang Kaliforniens möglich, die Rentabilität durch' zwei- bis dreimalige Bewässerung und rationelle Düngung zu steigern, wenn man nicht vorläufig ratlos einer Krankheit gegenüberstehen würde, an der jährlich ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Bäume vorzeitig abstirbt. Hier wäre es die Aufgabe der Jewish Agricultural Experiment Station, weit mehr als es bisher geschehen ist, den Pflanzern zu Hilfe zu kommen und wirksame Abwehrmittel auszuarbeiten. 4. Oliven. Obwohl die Olive in Palästina beheimatet ist, obwohl sie fast in allen Gegenden des Landes, gut vorankommt, obwohl es arabische Dörfer gibt, die aus dem Anbau von Oliven eine recht gute Einnahme ziehen, ist es leider heute immer noch nicht möglich, anzugeben, welche Sorten für den Anbau besonders zu empfehlen sind, sei es für Oel — sei es für Konservenzwecke — einfach weil die botanischen Unterlagen fehfen. Ich habe auf diesen Mangel schon wiederholt hingewiesen und gefordert, daß die Jewish Agricultural Experiment Station eine umfassende, sorgfältige, schlüssige Untersuchung über die Olivensorten des Landes anstellt, wozu sie jedoch trotz besten Willens aus Geldmangel bisher nicht in der Lage war. Ich möchte diese Untersuchung für eine unserer dringendsten wissenschaftlichen Arbeiten erklären, da die Olive eine der natürlichen Kulturen des Landes ist, und man ihrer insbesondere in den bergigen Gegenden Palästinas nicht entraten kann. Man sieht heute in vielen jüdischen Kolonien Olivenpflanzungen, die mit einer ungeeigneten, meist ausländischen Sorte veredelt sind, nicht bearbeitet, zum Teil verwahrlost daliegen, während sie durch Umpfropfen ergiebig und rentabel gemacht werden könnten. Aber niemand kann den Pflanzern sagen, welche Sorten sie für ihre Gegend und für ihre Böden am besten wählen sollten, wo sie einwandfreies Veredlungsmaterial finden könnten. Ich gfaube, daß die Olivenkultur, sobald die genannten Voraussetzungen erfüllt sind, eine recht gute Nebenfcultur, in manchen Gegenden sogar eine Hauptkultur werden kann. Förderung der Mittelstandssiedlung durch die Zionistische Organisation. Eine schwere Wolke des Mißtrauens gegenüber dem praktischen Zionismus lagert über der jüdischen Welt. Die Fehlschläge in der Ansiedlungspolitik, die unsere Leitung jetzt zugesteht, die Fehler in der Einwanderungspolitik, die die jetzige Krise verur-