Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 14)
- Language
- German
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411 großen jüdischen und nichtjüdischen Sammlungen, so hätte sich die Passivität unserer Handelsbilanz weit drückender bemerkbar gemacht und man wäre vielleicht aus rein volkswirtschaftlichen Gründen dazu gekommen, in der Suche nach Exportgegenständen die Obstkulturen zu forcieren. Andere Obstkulturen. Die nachstehend genannten Obstkulturen kommen vorläufig nur als Nebenkulturen in Frage, d. h. sie sind aus Gründen, die weiter unten bei jeder einzelnen Kultur angegeben werden, noch nicht genügend entwickelt oder ihre Rentabilität ist noch nicht derartig sichergestellt, als daß sie zur Existenzgr>unjdlage für Ansiedler aus dem Mittelstand gewählt werden dürfen. Dagegen können sie gut als NebenfeuJturen in kleinem Ausmaß auf dem sogenannten freien Boden Verwendung finden. Möglich, sogar wahrscheinlich, daß im Laufe von sechs Jahren einige dieser Kulturen einen derartigen Aufschwung nehmen, daß man ihren Aufbau auch in weiterem Umfange empfehlen könnte. 1. B an an e n. Der Import nach England hatte 1923 einen Wert von Pfd. 5,503.873 1924 „ „ „ „ 5,500.628 1925 „ „ „ „ 5,860.013 , England bezog 23,4 Prozent von den Kanarischen Inseln, 60,8 Prozent aus Zentralamerika und 15 Prozent aus Britisch- Westindien. Deutschland importierte 1925 zirka 45.000 Tonnen, davon 31 Prozent aus Spanien, Frankreich importierte 44.000 Tonnen, Belgien 5000 Tonnen, Holland 15.000 Tonnen. Die Banane gedeiht in Palästina in vorzüglicher Qualität (Musa Cavendishii). Prof. Warburg und Dr. Soskin, bewährte Fachleute in Bananenpflanzungen, versprechen sich von einem verstärkten Bananenanbau in Palästina große Erfolge. Nach Grasowsky und Waitz gibt es zurzeit in Palästina 896 Dunam Bananenpflanzungen, die ausschließlich auf dem inneren Markt des Landes Absatz finden. Die Rentabilität ist gut, augenscheinlich etwa Pfd. 10 bis 15 per Dunam. Da der innere Markt bereits gesättigt ist, so kann man einem Neuanbau in größerem Maßstäbe nur nähertreten, wenn man gleichzeitig den Export ins Ausland organisiert. Grasowsky »und Waitz geben in „Palestine and Near East" die Kalkulation eines eventuellen Exportes. nach England und errechnen eine Rentabilität von Pfd. II1/» per Dunam. Abgesehen davon, daß in der Kalkulation die Lebensdauer der Pflanzen mit zehn Jahren angesetzt und eine Amortisation nicht berücksichtigt ist, hat diese Kalkulation einen rein theoretischen Wert, da ein Transport nach England bisher noch .nicht stattgefunden hat and man über die Höhe -der Frachten und Preise sowie über die Eignung der zur Verfügung stehenden Transport«