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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 410

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Mittelstandskolonisation
Date
1927-01-01
Page
Seite 410 (sequence 13)
Language
German
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410 Thurmus verwertet, während der gute Getreideboden in den meisten Fällen für iBaumkulturen ungeeignet, ist Ich zeigte schon, daß für Citrnsfrüchte überhaupt nur eine (kleine »Fläche in Betracht kommt, etwa 20 Prozent der 'Küstenebene, respektive 4 Prozent des gesamten Kulturbodens. Wie steht es eigentlich heute, also in normaler Zeit mit der Ernährung des Landes? Der Export in landwirtschaftlichen Produkten hatte 1925 einen Wert von Pfd. 1,178.524, der Import Pfd. 1,986.895, ü b e r s t i e g denExportalso um Pfd. 808.371. Im einzelnen sind die Positionen noch aufschlußreicher. Es wurden mehr importiert als exportiert: Getreide für Pfd. 396.163, Getreideprodukte (Mehl, Makkaroni etc.) für Pfd. 329.820, Hülsenfrüchte für Pfd. 82.387, vegetabilische Oele für Pfd. 139.127, Gemüse für Pfd. 70.308, Dörrobst für Pfd. 19.224, Fleisch für Pfd. 29.564, Milchprodukte für Pfd. 115.168, Fische für Pfd. 77.294, Zucker für Pfd. 180.830."Dagegen «sind die Hauptposten beim Export: Orangen mit Pfd. 554.166, Melonen Pfd. 128.448, Mandeln Pfd. 32.071 und Seife (aus Olivenöl) Pfd. 248.804. Aehnliche Ziffern zeigen die Jahre 1921 bis 1924. Also Palästina ernährt sich heute nicht selbst; es wäre wohl hiezu in der Lage, wenn man im Getreidebau allgemein bessere Kulturmethoden einführen würde. Ohne Initiative der Regierung und ohne ihre finanzielle Unterstützung, beispielsweise wie in Italien, ist es aber kaum möglich, den Getreidebau zu beleben. Eine Notwendigkeit, ihn zu forcieren, liegt indessen nicht vor — auch für den Kriegsfall nicht — da Palästina in seinen Nachbarländern, Ostjordanland, Aegypten, die zum englischen Wirtschaftsbereich gehören, so große Getreideproduzenten hat, daß eine Lebensmittelnot oder auch nur Knappheit nicht eintreten kann. Was nun die volkswirtschaftlichen Bedenken gegen Monokulturen angeht, so gibt es bekanntlich in allen Kulturländern Hunderttausende von Bauern, die ausschließlieh oder in der Hauptsache von Monokulturen leben; man denke an die Weinbauern in Deutsehland, Frankreich, Italien, an die Gemüsebauern usw. Für die Entwicklung dieser Kulturen waren Klima-, Boden- und Absatzverhältnisse bestimmend. Auch in Palästina läßt sich kein Schema aufstellen; die Kulturen müssen vielmelir nach den natürlichen und Absatzverhältnissen ausgewählt werden, die, wie man weiß, trotz der Kleinheit des Landes äußerst mannigfache sind. Da man auf Austausch angewiesen ist, darf man sich glücklich schätzen, daß man in unseren' hochwertigen Baumfrüchten Exportartikel hat, um Textilien, Brennstoffe, Eisenwaren, Maschinen, Werkzeuge, Düngemittel und, wie man gesehen hat, auch Lebensmittel aus dem Ausland beziehen zu können. Hätte Palästina eine eigene Währung und hätte es nicht außergewöhnliche Einnahmen, wie aus der Touristik, aus der Einwanderung, aus den,

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