Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 12)
- Language
- German
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409 die heute verschlossenen Länder öffnen ihre Tore nicht. Wie werden wir dann gegenüber Spanien, praktisch unserem einzigen Konkurrenten, bestehen können? Man wäre beinahe versucht, zu antworten, besser als heute. Je größer der Früchteanfall wird, um so leichter ist es, Sortierung, Verpackung und Versand »zu verbessern und eine großzügige Organisation aufzubauen!, auf Grund •deren zum Beispiel die kalifornische Ware sh. 20 bis 25 in England per Kiste erzielt, während wir heute nur -sh, 14 bis 15 erhalten, obwohl unsere Frucht doch mindestens gleichwertig ist. Der lieberpreis gegenüber der spanischen Orange, den wir heute erzielen, der infolge der schlechten Aufmachung nur sh. 1 bis 2 beträgt, müßte sich dann zu -unseren Gunsten verschieben und auf sh. 4 bis 5 anwachsen. Angenommen, infolge des starken Angebots werden-die Preise niedrig sein — sie würden trotz verbesserter Verpackung bis auf sh. 12 per Kiste Jaffaorangen fallen — so* würde der Zeitpunkt eintreten, wo sich für Spanien* die Orangenkultur überhaupt nicht mehr lohnte. Denn wir haben die bessere: Frucht, unser Land ist nicht so häufig wie Spanien Frösten ausgesetzt, die Ergiebigkeit unserer Böden ist größer. Der heutige^ einzige Vorteil Spaniens, der billigere Transport, wird mit zunehmender Verschiffung größerer Quantitäten und nach - Anlage eines modernen Hafens verschwinden oder nicht mehr ins Gewicht fallen. Selbst wenn wir in England durchschnittlich sh. 12 erzielten, dann kämen wir, bei einem Unkostensatz von sh. 7 per Kiste, auf einen Erlös von >sh. 5 per Kiste am B-aum, mit denen wir oben kalkuliert und eine Rente von Pfd. 18 bis 20 bis 30 per Dunam errechnet haben. Aber wir brauchen nicht so schwarz zu sehen und dürfen hoffen und erwarten — das ist auch durchwegs die Ansicht der alten palästinensischen Pflanzer — daß die Gefahr einer Ueberproduktion vorderband überhaupt nicht besteht -und daß alle Produktionsländer wie bisher mit einem guten Absatz und einer guten Rente rechnen dürfen. Die Gefahr der Monokultur. Obwohl es sich in 'unserem Falle um keine reine Monokultur handelt — wir empfehlen für den Anfang neben Orangen, Grapefrucht und Ethrogim oind sehen von vorneherein für später andere Kulturen vor — so hört man doch zuweilen von den Anhängern der Theorie einer „«autarkischen Wirtschaft" den Einwurf der „Monokultur" erheben. Von anderen wieder wird angeführt, in Kriegszeiten könnte durch übermäßige Ausdehnung der Baumkulturen 'die Wirtschaft des Landes gefährdet und die Volksernährung in Frage gestellt werden. Ich möchte zunächst feststellen, daß dem Getreidebau durch verstärkten Obstbau so gut wie gar kein Boden entzogen wird.. Denn der typische Orangen-, Mandelboden liegt bei den Arabern größtenteils Tinbebaut da, mm kleineren Teil wird er für Melonen,