Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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399 beraten werden. Obwohl zum Beispiel die Bedeutung des Herrn , Hajessod jedem Juden klar und seine Unterstützung. Pflicht sein müßte, so gehen die Beiträge doch nicht von selbst ein. Mit einem ungeheuren Apparat müssen die Zeichnungen groschenweise eingetrieben werden. Weit geringerer Anstrengungen hätte es bedurft, um bei dem Mittelstand größere Kräfte und mehr Kapitalien für Palästina mobil zu machen, notabene, wenn man sich dabei auch die Mühe gegeben hätte, mit wirtschaftlichen Vorschlägen zu kommen. Der zionistische Mittelstand will nach Palästina und sein sehnlichster Wunsch ist es, einen Beruf zu finden, der ihn mit der Landwirtschaft verbindet. Diesem Streben steht gegenüber die herkömmliche Anschauung, daß landwirtschaftliche Betätigung eine jahrelange Vorbildung erfordert, daß man nicht ohne weiteres von irgend einem 'Beruf in die Landwirtschaft überwechseln kann, besonders nicht, wenn man schon über 30 Jahre hinaus ist und eine Familie mit hinüberführen will. Eine andere Schwierigkeit liegt darin, daß es den Neigungen des verheirateten Mittelstandes besonders aus dem Osten, auch wenn eine landwirtschaftliche Vorbildung gegeben ist, nicht entspricht, sich irgendwo allein auf dem Lande niederzulassen, sondern was er wünscht, ist eine dichtere Bevölkerung, ein kulturelles Milieu, gute Schuten für seine Kinder, geistige Anregung, öffentliche Betätigungsmöglichkeiten, religiöse Institutionen, kurz, man will Bauer werden, ohne zu verbauern. Nur unter solchen Voraussetzungen scheint es, dürfte eine Einbürgerung dieser Schicht ohne Widerstände vor sich gehen und ihre Teilnahme an dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau des Landes gewährleistet sein. Gibt es nun solche Möglichkeiten? Es gibt welche! Ich habe seit Jahren darauf hingewiesen und treibe seit zirka zwei Jahren Propaganda für die Mittelstandskolonisation, deren Ziele und Wege ich hier zeigen will. Auf dem Wege des intensiven Obstbaues, zunächst des Orangenbaues, der g a rtenstadtähnliche Bedingungen bietet, sind die Möglichkeiten fürd.ieUebersiedl-ung, Tätigkeit und Existenz des mittelständischen Elements in Palästina gegeben, ohne daß h i e r b e i e i n e 1 a n dwirtsc haftliche Vorbildung vorausgesetzt wird. Die Citruskultur. Seit Jahrtausenden wird in Palästina der Ethrog angebaut. Wie alt der Orangenbau ist, weiß man nicht: die ältesten Berichte liegen ungefähr 150 Jahre zurück. Ebenso ist die Entstehung der heutigen als „Jaffa Orange" weltbekannten Frucht in Dunkel gehüllt; nach Angaben von A. F, Nathan wird die zuerst im Jahre 1835 von John Stevens erwähnt, der sie damals sch&n für die beste der Mittelmeerorangen hält.