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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 398

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Mittelstandskolonisation
Date
1927-01-01
Page
Seite 398 (sequence 1)
Language
German
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Mittelstandskolonisation. Von Dr, W. Brünn, Berlin-Tel-Awiw. Nachstehender Aufsatz ist als Denkschrift dem 15. Zionistenkongreß, der am' 30. August in Basel seine Tagung beginnt, eingereicht worden. Wir bringen den Aufsatz wegen seiner Bedeutung für die von uns schon von Anfang alt unterstützte Bewegung für starke Ausdehnung der Pflanzungskultur, ohne uns natürlich mit der scharfen Kritik des Verfassers an den bisherigen^ Kolonisationsmethoden zu identifizieren. Die Einleitung haben wir etwas gekürzt. Dr. Brünn hat sich schon vor dem Kriege in Palästina praktisch mit der Frage der Pflanzungen befaßt und verfügt über sehr große Erfahrungen und Kenntnisse in diesem Produktionszweig.; Die Redaktion. Die zionistische Bewegung ist geboren und wird heute noch getragen von jener kleinbürgerlichen Schicht von Handelstreibenden, Akademikern und Angestellten, die man unter -der Bezeich* nung Mittelstand zusammenfaßt. Diesem Kreise entstammen sowohl fast alle Führer des Zionismus, wie auch auf der anderen Seite die; ersten Pioniere in Palästina und die heutigen Chaluzim. Denn auch die Chaluzim sind zum überwiegenden Teil, trotz ihrer meist proletarischen Einstellung keine Kinder des Proletariats, sondern Söhne von Kaufleiiten, Akademikern, Kultusbeamten, Handwerkern und kleinen Geschäftsleuten. Der Mittelstand war und ist auch heute noch, obwohl er sieb durch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Rückgang! befindet* das Zentrum jüdischen Lebens, jüdischer Tradition, jüdischer Religion, jüdischer Bildung. Darum ist es ohne weiteres verständlich, daß in dieser Schicht eine nationale Bewegung, wie der Zionismus, die starke Resonanz gefunden hat; jedenfalls hier lim Verhältnismäßig mehr als in der großkapitalistischen tod in det proletarischen Schicht. Dieser Mittelstand, der unermüdlich Opfer an Geld und Arbeit für die zionistische, Bewegung gebracht hat, hat leider bei der zionistischen Leitung nicht die verdiente Berücksichtigung, viel weniger Förderung erfahren. Wie viele dieser Zionismen, die seit einem Menschenleben für die Bewegung gefcämpft und geopfert haben, haben nicht sehnlichst gewünscht, ihr Ideal zu verwirklichen und nach Palästina zu übersiedeln, aber sich selbst überlassen, ist es nur einem ganz geringen Teil geglückt. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, es genüge, wenn die Leitung mit einer höflichen Geste sagt, wir haben nichts dagegen, daß ihr kommt, Palästina steht allen offen. Nur die wenigsten kommen und können von alilein kommen, die anderen wollen geführt, unterstützt und

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