Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 30)
- Language
- German
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392 will, auch den Lohn ihrer britischen Beamten zum EinheitsJ'ohH der Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverwaltung machen, da im Bereich der staatlichen Administration die freie Bildung des Lohnpreises auf dem offenen Markt nicht ohneweiters ausschlaggebend zu sein braucht. Aber wie dem auch sei, ist, nachdem einmal auf diese Weise überhaupt ein Einheitlicher Lohnstandard gegeben ist,, damit auch die Grundlage für eine einheitliche Organisierung aller in diesem administrativen Bezirk Arbeitenden geschaffen. Es kommt noch dazu, daß hier die Gesamtheit der Arbeiter auf der einen Seite einem einzigen monopolistischen Arbeitgeber auf der anderen Seite gegenübersteht und dadurch der Antrieb zur Organisation noch verstärkt wird. Es soll damit nun nicht gesagt sein, daß sogar im Bereich dieses administrativen Einheitslohnes das Problem der Einheitsor&anisation ohneweiters gelöst ist. Ich glaube,, die praktischen Erfahrungen, die wir auf diesem Gebiet gesammelt haben, haben das deutlich genug erwiesen. Es hat sich deutlich gezeigt, daß. die fruchtbare Zusammenarbeit von Arbeitern, die in allem, in ihrer Lebenslage, in ihren Lebensgewohnheiten, in ihrer Vorstellungswelt, in. der Reife ihrer-politischen Ueberzeugungen so weit voneinander geschieden sind, wie der arabische vom jüdischen Arbeiter, im Rahmen einer einheitlichen Organisation noch für lange Zeit auf sehr schwere Hindernisse stoßen muß. Auch das deutet eher in die Richtung, die eine Auflockerung, Dezentralisierung und Autonomisierung des einheitlichen Verbandes selbst unter den Staatsarbeitern zweckmäßiger erscheinen läßt a3s einen straff zusammengefaßten Organisationszentralismus. Außerdem hat sich auch hier gezeigt, daß der arabische Arbeiter, wie es seinem Vorstellungskreis und seinem Charakter entspricht, viel stärker auf seinen unmittelbaren und ganz egoistischen wirtschaftlichen Vorteil bedacht ist und selbst jede Verzögerung der positiven Ergebnisse der Gewerkschaftspolitik allzu Jeicht mit übertriebenem Mißtrauen und mit Losbrechen von der Organisation beantwortet. Mißtrauen und Austritt aus der Organisation nimmt aber dann notgedrungen einen nationalen Charakter an und wird auf die Ebene nationaler Interessenkonflikte verschoben, wie die Ereignisse in Haifa schon praktisch gezeigt haben. Aber von allen diesen politischen und psychologischen Schwierigkeiten, Rückschlägen und Risiken abgesehen, ist dennoch, wie wir zu erklären versucht haben, auf dem Gebiet der Staatsarbeiter, wie in der Zukunft vielleicht auch, auf dem Gebiet der Arbeiten der ^gemischten Munizipalverwaltungen, die wahrscheinlich auch einen administrativen Einheitslohn schaffen werden, wenigstens die ökonomische Grundlage für eine Einheitsorganisation geg e b e n. Diese Grundlage besteht nicht außerhalb der Grenzen des. administrativen Einheitslohnes. Was müßte also die Folge sein,, wenn, dieser elementaren Tatsache zum Trotz, der Versuch unter-