Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 28)
- Language
- German
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390 natives. It is entireiy an incident of the introduction of the capitalist System of industry an exploitation creating a competitive market for labour. It would not exist if white and black were living side by side either in segregation or in the primitive relations which long obtained in the agricultural and pastural Industries when the two races remained on the footing of a definite distinction of master and servant." Diese Darstellimg ist außerordentlich spannend und interessant. In der Tat ist in diesem Sinne die ganze Frage des Konkurrenzkampfes ein „notwendiges Element in den Beziehungen zwischen den Europäern und den Eingeborenen". Wenn es gelingen könnte, entweder eine vollkommene Trennung der Wirtschaftssphären — Lord Oliviers „segregation" — durchzuführen oder auch nur jenes Maß der patriarchalischen Stammeshörigkeit aufrechtzuerhalten, das das Arbeitsverhältnis außerhalb des gewöhnlichen Lohnmarktes als eine natürliche Abhängigkeitsbeziehung wirken läßt, dann würde die Schwierigkeit nicht bestehen. Das Problem wäre nicht gelöst, sondern aufgehoben. Ebenso wäre es aufgehoben, wenn man in der südafrikanischen Union den Lohnmarkt durch eine sozialistische Arbeitsorganisation ersetzen könnte, die zwar auch nicht eine einheitliche Einkommensstufe für die Bantu-Arbeiter und die Europäer festsetzen könnte, weil dazu der heute gegebene Ertrag der südafrikanischen Volkswirtschaft wohl 'nicht ausreichen würde, die aber organisatorisch Reservate für die verschiedenen Arbeiterkategorien schaffen könnte. Aber das alles ist doch einigermaßen romantisch oder phantastisch. In der Wirklichkeit ist die südafrikanische Wirtschaft heute auf der Grundlage des freien Marktes aufgebaut. Es gibt starke kapitalistische Interessen in ihr, die nicht nur nicht auf „segregation" eingestellt, sondern sogar an einer bewußten Einbeziehung und möglichst großen Ausbeutung^ der billigen Eingeborenenarbeit in ihrem Wirtschaftsgebiet -unmittelbar inter?- essiert sind. Ebenso ist die Tatsache, daß diese kapitalistische Wirtschaft und Kolonisation selbst in ihrer Entwicklung — in Südafrika, wie im orientalischen .Wirtschaftskreis, wie auch überall anders, wo (ähnliche Verhältnisse bestehen — die autochthone Gesellschaft und Wirtschaft zersetzt und die patriarchalischen Beziehungen, jahrtausend alte Stammesregeln und Bindungen auflöst. Diese Entwicklung ist es gerade, die eben den vom Boden losgelösten und entwurzelten Bantu-Arbeiter a'ls einen ökonomisch nicht aus dem Felde zu schlagenden Rivalen auf dem offenen Markt mit dem Arbeiter europäischen Bedürfnisstandards zusammenstoßen läßt. Das Problem dieses Zusammenstoßes bleibt auch nach den Bemerkungen Lord Oliviers so ungelöst wie je. VII. Der ökonomische Schluß, zu dem wir in der palästinensischen Lohnfrage gedrängt werden, und den auch diese südafrikanische