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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 383

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 383 (sequence 21)
Language
German
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383T üben wollte, wäre es nicht leicht, sie effektiv zu machen. Das zweite Charakteristikum dieser Einwanderung liegt darin, daß sie aus Gebieten kommt, in denen ein Geldlohn für Arbeit praktisch: beinahe nioht existiert und wo die Bevölkerung im allgemeinen: noch auf der Stufe einer einfachen Naturalwirtschaft sehr niedrigen Bedürfnisgrades lebt.*) Für diese Arbeiter ist praktisch jeder Geldlohn, d. h. die Verfügungsgewalt über Geld überhaupt ein Ziel ihrer ökonomischen Träume. Es gibt, «deshalb nahezu keine Grenze nach unten für die Unterbietungschancen, die von dieser Arbeitericategorie in Betracht gezogen werden. Es genügt, als klassisches Beispiel auf den Konkurrenzkampf hinzuweisen, der in der Hausseperiode der Bautätigkeit in Tel-Aviv im Siv-Siv-Transport ganz plötzlich von transjordanischen Beduinen gegen die jüischen Kameltreiber begonnen wurde und der im Verlauf weniger Wochen einen derartig katastrophalen Lohnsturz in diesem von den Juden eben erst eroberten Arbeitszweig hervorrief, daß es aussichtslos schien, ihn überhaupt noch in unseren Händen erhalten zu können. Es liegt auf der Hand, daß je stärker der Nominallohn im Landesdurchschnitt in Palästina steigen wird, desto stärker auch die Anziehungskraft des »palästinensischen Arbeitsmarktes für diese Arbeiterschichten werden wird, für die das spezifische Gewicht der Münze überhaupt ein ganz anderes ist als für die Arbeiterschaft des Landes, die schon in höherem Maße an Geldlöhne gewöhnt ist. Die Einwanderung, von der wir sprechen, hat sich nun bisher auch schon auf den verschiedensten Gebieten des palästinensischen Wirtschaftslebens bemerkbar gemacht. Der Siv-Siv-Transport ist vielleicht nur eine kleine Episode. Die Regierungsarbeiten, bei denen mehr afe einmal von der Eisenbahnverwaltung und vom Public- Works-Department diese ausländischen, ganz billigen Arbeitskräfte herangezogen worden sind, sind schon ein wichtigerer Arbeits* zweig. Der Präzedenzfall von Nescher, das für seinen Steinbruch gleichfalls ägyptische arn-d sudanesische Arbeiter importierte, ist ein noch bedenklicheres Symptom. Am ernstesten aber ist diese Frage in bezug auf die Plantagenkolonien, besonders wenn man in Rechnung setzt, daß in der Zukunft die Entwicklung von Orangen-, Grapefruit-, Bananen-Pflanzungen vielleicht das relativ wichtigste Aufnahmereservoir für Arbeit im Lande bieten kann. Charakteristisch ist in dieser Beziehung eine Meldung, die unter der Uebersohrift „Neugesichter auf dem Arbeitsmarkt" im „Dawar" vom 18. Jänner 1926 aus Petach-Tikvah wie folgt berichtet: „In der letzten Zeit haben sich auf dem Markte im Zusammenhang mit der Erweiterung der Arbeit in den Orangenbojaren Scharen von schwarzen Arabern von jenseits der Landesgrenzen, aus dem *) Report on the Sudan-Administration 1922-1923, p. 26: „The wages of unskilled labpur in the Northern and Central parts of the country have been about four to six piaster per diem. There has, in fact, been a considerable surplus of labour in parts of the country . .

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