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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 381

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 381 (sequence 19)
Language
German
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381 Kapitalimport die Basis der Wirtschaft im Lande bildet, kann er, unterstützt von allen den' erwähnten Nebenfaktoren, entstehen und aufrechterhalten werden. Er kann also solange nicht lohnbestimmend für das Ganze des Landes werden, als nicht die Kolonisationswirtschaft im allgemeinen bestimmend für die Landeswiirtsohaft geworden ist. Das aber kann erst in einem Zeitpunkte eintreten*, ^wo als Resultat eines andauernd und in geometrischer Progression ■fortschreitenden Imports von Kapitalien und der dadurch forcierten starken Entfaltung der Produktivkräfte des Landes solche wirtschaftlichen' Verhältnisse (geschaffen sind, daß die Technik, die Arbeitserträge, die Produktionskosten, die Preise der( Kolonisationswirtschaft zur landesüblichen Technik, zur normalen Arbeitsproduktivität, zu Standardkosten; zu Marktpreisen geworden sind. In diesem Zeitpunkte könnte auch der Kolonisationslohn zum Landeslohn werdeil iEs wird hier nicht behauptet, daß selbst im gegenwärtigen "Stadium der Entwicklung die Tatsache der auf Kapitalimport basierten Kolonisationswiirtschaft in ihrer Wirkung vollständig auf ihren Bereich beschränkt bleibt. Da auch in dieser Beziehung die "Kolonisationswirtschaft keineswegs luftdicht abgeschlossen werden kann, setzen auch hier schon unmittelbare Wirkungen auf das Ganze der Landeswirtschaft ein. So wird das Tempo der Aufwärtsbewegung des Landeslohnes durch den im Lande gegebenen Kolonisationsprozeß vielleicht bis zu einem 'gewissen Grade be- .schleunigt Ich erkläre zum Beispiel daraus die Tatsache, daß in Palästina heute die Landeslöhne schon um etwas, wenn auch nur um ein geringes Maß, den ägyptischen Landeslöhnen voraus sind. Aber was behauptet wird, ist, daß diese Wirkungen heute ebensowenig in Palästina lohnbestimmend werden können, wie die einer australischen Kolonie in Finnland für Finnland. Wenn Dr. Wialter Preuß also schreibt: „Stellen wir uns vor, es gelänge zum Beispiel, durch eine gemeinsame Organisierung den1 Lohn 'der arabischen Arbeiter in den Kolonien auf die gleiche Höhe wie den jüdischen zu heben1 '(und vielleicht findet heute eine Angleichung bereits statt): erleichtert dies das Eindringen der jüdischen Arbeit in die jüdische Wirtschaft oder nicht? Ja; und damit wird eben vielen jüdischen1 Arbeitgebern ihr letztes Argument weggenommen, keine jüdischen Arbeiter zu beschäftigen"; so mag seine Argumentation dem jüdischen Arbeiter in der Plantagenkolonie gegenüber wohl psychologisch richtig sein. Mit ökonomischen Möglichkeiten hat diese Argumentation nichts zu tun. Oekonomisch gesehen, könnte die Organisierung der arabischen' Arbeiter in den jüdischen Kolonien nur zu einem schneien Zusammenbruch! der Einheitsorganisation selbst führen. Die Plantagenbesitzer müßten jeden Versuch der Einheitsorgairisation, den Arbeitsmarkt zu monopolisieren, mit dem Entschluß beantworten, überhaupt auf das Reservoir unorganisierter billiger Arbeit zurückzugreifen. Die mit den Juden gemeinsam organisierten arabischen Arbeiter müßten unter

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