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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 379

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 379 (sequence 17)
Language
German
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379 :geben, die, von dem Ansatzpunkt des gemeinsamen niedrigen Lohnes ausgehend, einen systematischen Kampf um -die Erhöhung ihres Lohn- und Lebensstandards führen könnte, und 'diese Erhöhung auch in einem langsamen evolutionären Prozeß entsprechend der fortschreitenden Entfaltung der Produktivkräfte des Landes und der Steigerung der sozialen Macht, die die Lohnarbeiter in dieser sich entwickelnden Wirtschaft einnehmen würden, auch durchsetzen könnte. In dieser Richtung -und bis zu diesem Punkte würde ich daher auch die Argumentation unserer Genossen von der „linken Opposition", die an die Erhaltung der „pröteiktionistischen Wirtschaft der Juden" nicht glauben und tagtäglich deren Zusammenbruch prophezeihen, tatsächlich für logischer und einsichtsvoller halten* als die Argumentation von Ben-Gurion und Dr. Preuß. (Allerdings scheint mir der Schluß, den sie aus dem gegenwärtigen, durch die Krisis hervorgerufenen Sturz der jüdischen Löhne für die Möglichkeit des Abstieges des »jüdisch-europäischen Arbeiters auf das arabischee Lohnniveau konstruieren, allzu vorschnell und verallgemeinert.) Die entscheidende Schwäche dieser „linken Theorie" liegt aber wiederum an einer anderen Stelle, an der sie wirklich sterblich ist. Wenn man nämlich in der Ebene ihrer Logik bleibt und an den Bestand der jüdischen (Kolonisationswirtschaft als solcher nicht glauben will, dann muß man auch den Mut haben, diesem A ein B folgen zu lassen. Das B heißt «unter unseren Verhältnissen — immer streng auf der Linie der Gedankenführung der „linken" Genossen: Was die heute im Lande lebenden europäischjüdischen Arbeiter nach Palästina -gebracht hat, kann gleichgültig sein. Eine Masseneinwanderung von Arbeitskräften eines europäischen Lohn- und -Bedürfnisstandards hierher — aus Ländern höheren Standards in ein Gebiet niedrigeren — kann überhaupt nicht stattfinden. Nur umgekehrte Bewegungen, zum Beispiel die Auswanderung aus Syrien, dem Libanon und Palästina nach den Vereinigten Staaten von Amerika sind als Massenbewegungen denkbar. Diejenigen Arbeiter, die mit einem europäischen Lebensstandard ins Land gekommen sind, können auf d 1 e Dauer auf dem Niveau von 25 Piaster wöchentlicher Arbeitslosenunterstützung oder einem sehr nah verwandten arabischen Lohnstandard nicht gehalten werden und müssen auswandern. Wenn die Genossen von der „linken Opposition" isich scheuen, diese im Rahmen ihrer Theorie absolut zwingenden Schlüsse zu ziehen, so bewegen sie sich an dieser Stelle in einem Zirkel, dessen Quadratur ihre Theorie vergeblich versucht. y . Nun hat aber bisher die jüdische Arbeiterschaft an Palästina dennoch einen weit über dem arabischen Lohnstandard gelegenen zweiten Standard im Lande aufgerichtet und erhalten. Die prophezeiten Wirkungen sind nicht eingetreten. Fragen wir, auf welche Weise das möglich gewesen ist, so kann die Antwort darauf nur im Hinweis auf die Tatsache liegen, daß die jüdische Arbeit eben

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