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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 378

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 378 (sequence 16)
Language
German
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378 weiteren einheitlichen Wirtschaftsgebietes Syriens und aus dem Ganzen der orientalischen Wirtschaft, die sich in ähnlicher Struktur mit relativ geringen örtlichen Verschiedenheiten von Marokko bis Turkestan erstreckt. Die Geldlöhne in diesem Gebiet sind demgemäß außerordentlich niedrig. Die Entwicklungstendenz der Löhne in aufsteigender Linie äußert sich sehr 'langsam und allmählich und kann kaum der Steigerung in den Lebenshaltungskosten folgen, die seit etwa 25 Jahren auf der ganzen Welt iund auch im Orient deutlich einsetzt. Selbst in Aegypten, das im Ganzen des orientalischen Wirtschaftsbereiches durch Nilbewässerung, Baumwollkultur, Fremdenverkehr und Suezkanal eine besonders bevorzugte Ausnahmsstellung einnimmt, ist diese Tatsache ganz offenkundig. Für das Jahr 1908 gibt der englische sozialistische Schriftsteller H. N. Brailsford die folgenden Daten an: (The War of Steel and Gold, page 114 „There was then no Factory Act in Egypt. There are all over the country ginning-mills, which employ casual labour to prepare raw cotton for export during four or five months of the year. The wages were low, from 7±hd. to 10 d (3—4 P. T.) a day for an aduilt, and 6 d (2Vs P. T.) fora child. Children and adults alike worked sometimes for twelve, usually for fifteen, and on occasion even for sixteen or elghteen hours a day. In the height of the season even the children were put on night shifts of twelve hours." Für den Beginn des Jahres 1926 igibt Dr. Artur Ruppin •einen durchschnittlichen zwölfstündigen Arbeitstag und eine Entlohnung von 5 Piaster gleich 11,5 d für einen männlichen Arbeiter, 2 bis 3 Piaster gleich 6—8 d für Frauen an. Das schließt natürlich nicht aus, daß es heute in Aegypten schon eine, wenn auch dünne, qualifizierte Oberschicht von Facharbeitern, besonders in einigen Baumwollpressen, Zuckerraffinerien, und die Handwerker im Baugewerbe gibt, die, teils aus europäischen Einwanderern, teils schon aus gelernten Eingeborenen besteht und die eine hochbezahlte Spezialkategorie darstellen, -so wenig sie auch für das Ganze der ägyptischen Volkswirtschaft als lohnbestimmend wirken können. In ein Wirtschaftsgebiet dieser Beschaffenheit wandert ein jüdischer Arbeiter ein, der aus Europa kommt und einen europäischen Bedürfnisstandard und einen auch für seine Herkunftsländer überdurchschnittlichen Kulturstandard aufweist. Daß dieser Arbeiter von Hause aus meistens aus kiembürgerlichen oder mittelbürgerlichen Schichten stammt, ist für unser Problem eher noch ein verschärfendes Moment. Würde diese Einwanderung nicht im Rahmen eines besonderen Kolonisationsproze'sses vor sich gehen, ,so hätte dieser einwandernde Arbeiter, insofern nicht wieder von ganz dünnen Oberschichten hochqualifizierter Arbeiter die Rede sein soll, nur einen Weg: er müßte sich dem im Lande gegebenen Lohn- und Lebensstandard anpassen (wenn das möglich ist). Er würde dann einen Teil des allgemeinen, im Lande lebenden Lohnarbeiterstandes bilden. Unter diesen Bedingungen wäre in der Tat auch die Basis für eine einheitliche Arbeiterorganisation ge-

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