Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Die Rentabilität der Gemüsekulturen in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 3)
- Language
- German
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361 die wichtigsten, denn nicht immer entsprechen hohe Bruttoerträge auch hohen Reinerträgen. Die ertragsteigernden Faktoren kann man in naturgegebene und vom Bebauer abhängige gliedern. Von ihnen seien zuerst diejenigen erwähnt, die naturgegeben sind und auf deren Aenderung man wenig Einfluß hat. Sehr wichtig ist die Lage des Grundstückes, das zum Gemüsebau benützt wird. In warmer, windgeschützter Lage gedeihen nicht nur die Gemüse besser, sondern reifen auch viel früher, was bei den höheren Preisen, die Frühgemüse bringen, von großer Bedeutung ist Typisch dafür ist die tiefe Jordanspalte, von wo aus große Teile Palästinas und Syriens mit frühen (Gemüsen versorgt werden. Auch -die Bodenbeschaffenheit spielt eine -Rolle. Für die meisten (Gemüse am günstigsten ist ein milder Lehmboden mit wenig Kalk- und viel Humusbestandteilen.. Andere Böden müssen erst durch fortgesetzte organische Düngung verbessert werden, bevor sie ein Maximum an Ertrag hergeben. Weiche- Wichtigkeit die Wasserfrage für den Gemüsebau in Palästina hat, ist wohl! allgemein bekannt. Bei ihr ist im besonderen zu beachten, ob es überhaupt möglich ist, Wasser zu finden, in welcher Menge und Tiefe es vorhanden* ist, und seine Zusammensetzung; am günstigsten ist ein weiches Wasser, das keine Mineralbestandteile enthält. Auf die Möglichkeiten, die der Bebauer selbst hat, um den Ertrag zu steigern, wie geeignete Bodenbearbeitung, reichliche Düngung und 'bestes Saatgut, braucht hier wohl nicht näher eingegangen werden. Dieselben sind in jedem Handbuch der Bodenkultur enthalten und es sind zu ihrem Verständnis bestimmte sachliche Vorkenntnisse erforderlich. Werfen wir nun einen Blick auf die Gestehungskosten, so sind für diese drei hauptsächliche Faktoren entscheidend — Preis der Arbeit, Preis des Düngers und Preis des Wassers. In bezug auf Arbeit wurde schon weiter oben angedeutet, daß, je größer die bebaute -Fläche, 'ein desto geringerer Arbeitsaufwand nötig sei, da dort der größte Teil der notwendigen Arbeiten mit Maschinen verrichtet werden kann, die viel billiger arbeiten als der -Mensch. Bei den Kosten des Düngers ist zu beachten, ob eigene Viehhaltung vorhanden ist oder ob der gesamte Dünger gekauft werden muß. Der Preis des Wassers hängt von der zu bewässernden Fläche und der Tiefe, aus der es .hervorgepumpt werden muß, ab. Außer diesen Faktoren spielen noch andere, wie Entfernung des Betriebes von dem Markt, derl Chaussee und Eisenbahnstation, Höhe der Pacht oder Bodenrente usw.* eine große Rolle. Aus dem weiter oben Gesagten ergibt sich nun, daß wir es im Gemüsebar mit drei verschiedenen Betriebsgruppen zu tun haben — dem Feldgemüsebetrieb ohne Bewässerung, dem Feldgemüsebetrieb mit Bewässerung und der Gemüsegärtnerei — die sich untereinander in bezug auf Intensität sehr wesentlich unterscheiden. Am wenigsten intensiv ist der Feldgemüsebetrieb ohne Bewässerung.. Da bei ihm die Kosten für Bewässerung fortfallen und der größte Teil der Arbeiten mit Maschinen-verrichtet werden kann, ist es dabei möglich, die Gemüse am billigsten zu erzeugen. Allerdings läßt sich ohne Bewäs-