Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Die Rentabilität der Gemüsekulturen in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 2)
- Language
- German
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360 einzelne, bestimmte Gemüse in großen Mengen zu niedrigen Preisen gehandelt. Leider bestehen für Exportmärkte, die für die breitere Ausdehnung des Gemüsebaues unerläßlich sind, erst Ansätze in Palästina. Als Beispiele seien genannt: Chedera für Wassermelonen und die Jordanebene für Eierfrüchte. Ich habe mich jedoch an dieser Stelle bereits bemüht nachzuweisen, daß Palästina über kurz oder lang zum 'Gemüseexport kommen muß, weil es klimatisch und geographisch geradezu zum Erzeugungsland, besonders von Frühgemüse, für die nördlichen Länder prädestiniert ist. Hoffen wir, daß diese Entwicklung bald kommt, denn sie ist für die Stabilisierung der Marktverhältnisse unbedingt notwendig. Im wesentlichen kommen vorläufig noch für den Gemüsebauer in Pa/ästina nur die Lokalmärkte als Absatzorte in Betracht. Je größer nur ein solcher ist, desto mehr Gemüse der gleichen Art können auf ihm abgesetzt werden; je kleiner er ist, desto leichter tritt ein Ueberangebot an Gemüsen ein, das die Preise bis unter die Gestehungskosten drücken kann. Um sich gegen solche Eventualitäten zu schützen, muß der Gemüsebauer für kleine Lokalmärkte viele Gemüsearten in kleinen Mengen erzeugen. Dies erhöht natürlich die Unkosten bedeutend, denn er muß mit gartenmäßigen Methoden arbeiten. Zusammenfassend kann man also sagen, für die großen Märkte ist Massenanbau einzelner, bestimmter Gemüse (Feldgemüsebau) am Platze und für die kleinen Märkte intensiver Anbau vieler Gemüse in kleinen Quantitäten (gartenmäßiger Gemüsebau). , Aber nicht nur die Größe des Marktes muß der' Erzeuger berücksichtigen, sondern auch die Launen der Käuferschaft. Diese sind manchmal seltsam genug und auf jedem Markte verschieden; zuerst einmal für die Gemüsearten überhaupt. Bestimmte Gemüse, die auf dem einen Markte sehr gefragt werden, sind auf dem anderen ganz-unbekannt und würden, wenn man sie dort verkaufen wollte, keinen Absatz finden. Weiter sind es auf jedem Markt bestimmte Sorten, die dort den Vorzug haben und erheblich höhere Preise erzielen als andere. So z. B. liebt man auf bestimmten Märkten Palästinas die großen, runden Eierfrüchte (Chazilim), während auf andern die langen, ovalen vorgezogen werden. Aehnlich ist es mit weißen und grünen Gurken oder bestimmten Tomatensorten u. s. f. Hier muß auch die Vorliebe der Käufer für die ersten Gemüse der Saison erwähnt werden, für d»e sie ganz unverhältnismäßig hohe Preise zu zahlen bereit sind. Es besteht infolgedessen unter allen Gemüsezüchtern großer Wettbewerb, um als erster de Gemüse auf den Markt zu bringen und die anderen zu überflügeln. Endlich ist es von großer Wichtigkeit, in welcher Aufmachung und Verpackung die Gemüse auf den Markt kommen; auch da hat die Käuferschaft ihre Launen. Alle diese Einzelheiten muß der Erzeuger genau kennen, denn von ihnen hängt, soweit die Erzeugung für Lokalmärkte m Frage kommt, sehr wesentlich die Rentabilität des Gemüsebaues ab. Werfen wir "nun einen Blick auf die Faktoren, die bei der Produktion selbst eine große Rolle spielen. Hierbei müssen zwei große Gruppen unterschieden werden — ertragsteigernden Faktore und solche, die für die Höhe der Gestehungskosten entscheidend -sind. Die letzteren sind