Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Boden- und Finanzpolitik
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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348 III. Es ist an der Zeit, in dieser Richtung eine grundlegende Aenderung herbeizuführen. Man muß die von der Londoner Konferenz aufgestellten Prinzipien endlich in die Tat umsetzen. Denn wohin wird es führen, wenn die Zionistische Organisation selber sich nicht an die von ihren höchsten Organen proklamierten Prinzipien hält? Wie kann man dann die Einhaltung dieser Prinzipien von nichtzionistischen Institutionen verlangen, wie wird man sie dann zum Beispiel von der erweiterten Jewish Agency fordern können? Der Keren Hajessod darf unseres Erachtens keine landwirtschaftlichen Kredite an die sich auf privatem Boden befindlichen Siedlungen gewähren, ohne die Sicherheit zu besitzen, daß das von ihm geliehene Geld nicht unter Umständen dazu gebraucht wird, um Bodenspekulation zu begünstigen, ja sogar den Uebergang der Wirtschaft in fremde nichtjüdische Hände in späterer Zeit nicht auszuschließen. Wenn er schon Siedlungen, die nicht auf Keren-Kajemeth-ßoden stehen, Darlehen gewährt, müßte er gleichzeitig bestimmte Bedingungen aufstellen, die einen späteren eventuellen Uebergang des privaten Bodens in nationalen Besitz erleichtern, den Verkauf des Bodens zu ^spekulativen Bedingungen ausschließen usw. Bedenkt man, daß Böden, wie Bne-Brak oder sogar Magdiel, die sich :in einer vorstädtischen Zone oder in einer reichen Pflanzungsgegend befinden, im Preise rasch steigen werden und in absehbarer Zeit eine unerschwingliche Höhe erreichen können, so leuchtet es ein, daß der Keren Hajessod mit Hilfe seiner Mittel Vorkommnisse ausschließen könnte, die im krassen Widerspruch zu den Interessen einer von der Zionistischen Organisation proklamierten Bodenpolitik stehen. Manches, was bisher in dieser Hinsicht gemacht worden ist, kann von schweren Folgen begleitet sein, indem die mit Hilfe des Keren Hajessod aufgebauten Wirtschaften gerade im Gegensatz zu den auf der Londoner Jahreskonferenz proklamierten Prinzipien der nationalen Bodenpolitik: Sicherung der jüdischen Arbeit, Ueberwachung der Nutzung des Bodens und Ausschaltung der Bodenspekulation, stehen könnten. Und da auch in Zukunft der Keren Hajessod söge* nannten Mittelstandssiedlungen auf privaten Böden Kredite gewähren wird, ist damit zu rechnen, daß bedeutende nationale Mittel in einer Weise verwendet werden könnten, die den Interessen einer nationalen Bodenpolitik, die mit einer nationalen Kofkmisationspolitik identisch ist, zuwiderläuft. Auch in der Tätigkeit der zionistischen Hypothekenbank müßte die bodenpolitische Seite zu der kreditpolitischen in ein bestimmtes, genau festgesetztes Verhältnis gebracht werden, was auch durch eine gewisse .organisatorische Form gesichert werden soll, indem zum Beispiel in der Verwaltung der Hypothekenbank. (Vertreter der Boden erwerbenden (InstitutioVi der Zionistischen Organisation Sitz und Stimme haben isollen, um einen entsprechenden Einfluß ausüben zu können. Eine städtische Bodenpolitik ohne