Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Boden- und Finanzpolitik
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 3)
- Language
- German
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347 über den tiefen Zusammenhängen zwischen Boden-, Bau- und Kreditpolitik bezeichnend ist. Der-Mangel an Koordination in der Tätigkeit der verschiedenen zionistischen Finanzinstitute hat dazu geführt, daß wir einer einheitlichen Wirtschaftspolitik entbehren, was an und für sich stets ein großer Fehler ist, sich aber im Falle der nationalen Bodenpolitik besonders ungünstig auswirkt. Wenn ■die Zionistische Organisation Anleihen an private Gesellschaften ..gewährt, die mit Hilfe dieses Geldes Böden erschließen,. welche später zu spekulativen Preisen weiterveräußert werden, läuft dies jiicht den zionistischen Geboten zuwider?. Es-seien hier einige Beispiele erwähnt: Die Zionistische Organisation hat letztens beträchtliche Summen als Darlehen für verschiedene Erschließungsarbeiten an die Haifa Bay Development Company gewährt, ohne irgend' .welche Bedingungen in bezug auf die Bodenverhältnisse zu stipulieren. Diese Gesellschaft aber — dies wird hier gesagt,, ohne irgend welchen Vorwurf daraus zu machen, denn es handelt sich um ein, seinem ganzen Aufbau nach in großem Maße auf spekulativer Basis begründetes Unternehmen — veräußert weiter ihre Böden zu übertrieben hohen Preisen, so daß das* nationale Geld des Keren Hajessod dazu verwendet wird, später von privaten Juden für die Grundstücke unerschwingliche Preise abzunehmen. Wenn die Zionistische Organisation ein Darlehen gibt (denn es wird hier mit keinem Wort,etwas gegen die Anleihe selber gesagt), wäre es nicht richtig, dabei auch die. Interessen einer nationalen Bodenpolitik zu wahren und bei Gewährung der Anleihe entsprechende Bedingungen aufzustellen? Auch 'der Keren Haijessod gibt seine Mittel für Siedlungen, die nicht, auf Keren-Kajemeth-Boden ^errichtet sind — Balfouria, Magdiel, Kfar-Aron usw. —. her, ohne ^dafür zu sorgen, daß auf diesen Böden die Prinzipien des Keren ^Kajemeth gewahrt werden. Man hätte dafür verschiedene Mittel in der Hand: Begrenzung der Höhe der Bodenpreise bei Weiter- .veräußerüng, Sicherung einer Option, für den Keren. Kajemeth Zwecks Erwerbes des Bodens zu ursprünglichen Preisen usw. Die Zionistische Organisation gewährt, verschiedenen privaten oder halboffiziellen Gesellschaften Anleihen, durch die der private ^Bodenbesitz mit allen Möglichkeiten der Ausbreitung der 'Spekulation gestänkt wird. Auch die Hypothekenbank gibt, in den letzten Jahren Anleihen ausschließlich für Gebäude, die auff /privaten Böden errichtet wurden, ohne an Garantien irgend welcher denken. Wenn zionistische Kreditanstalten in solcher Weise y&r fahren, darf es kein Wunder nehmen, daß andere, außerhalb der 'Zionistischen Organisation stehende Institutionen es tun. So ..hat, zum Beispiel die 'Hypothekenbank der Brandeis-jGruppe iunseres Wissens bisher keine Kredite für " Bauten auf Keren^Käjeirieth- Böden gewährt. Es sei hier als Ansnähmß die Paiestine EcohoMc Corporation, New York, rühmlich hervorgehoben, dieT bef einer Kreditgewährung für Bauten in der ^^nannten' ScBchurfatfe^'azäfdn in Tel-Aviv die Bedingung aufgestellt hat, daß der Boden aus privatem Besitz in nationalen übergehen muß.