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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 346

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Boden- und Finanzpolitik
Date
1927-01-01
Page
Seite 346 (sequence 2)
Language
German
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346 •der nationalen Bodenpolitik aufzustellen. Wir haben uns bis jetzt nicht . einmal 'die Frage vorgelegt, ob die bisherige Finanzpolitik der Zionistischen' Organisation (unsere .nationale Bodeiuerwerbstätigkeit in verschiedener Hinsicht zu benachteiligen vermag. Man soll sich jenen1 Grundsatz, der überall anerkannt ist, stets vor Augen halten: Eine wirksame Bodenpolitik ist ohne eine gleiche Ziele verfolgende Kreditpolitik nicht denkbar. Die Finanzinstitute müssen der Bodenpolitik, das heißt dem SiedSiungswerk der Zionistischen Organisation dienlich -sein. Man hat sich schon einmal, und zwar zur Zeit der Jahreskonferenz vom Jahre 1920, in den zionistischen Reihen mit diesen Fragen beschäftigt, wo bei Behandlung der Frage des privaten und nationalen ßodenerwerbes ebenfalls, wenn auch nur 'nebenbei, die Frage der Beziehungen zwischen der Finanz- und Bodenpolitik 'erörtert und der Grundsatz aufgestellt wurde, daß die Kreditinstitute der Zionistischen Organisation die Bodenpolitik dos Keren Kajemeth fördern müssen. Eine Agrarpolitik bestehe nicht nur im Erwerb des Bodens und dessen Ameliorierung, sie bedarf auch noch der /Unterstützung seitens spezieller Institute des landwirtschaftlichen und städtischen Kredites. Diese Grundsätze haben auch heute an Aktualität nicht verloren, »um so mehr, als die (Beschlüsse der Londoner Jahreskonferenz bis jetzt in keiner W(eise zur Ausführung gelangten. II. Die Londoner Jahreskonferenz hat unter anderen grundlegenden Prinzipien der zionistischen Bodenpolitik die Grundsätze aufgestellt, daß „die Bodenpolitik des Keren Kajemeth durch Kreditinstitute für landwirtschaftlichen amd städtischen Besitz gefördert werden muß", und ferner, daß „die Kreditmittel der Zionistischen Organisation in erster Reihe solchen Ansiedlern zugute kommen sollen, die isich den Prinzipien des Keren Kajemeth 'unterwerfen". Diese Grundsätze sind aber in den ereignisreichen Jahren, die seit der Londoner Konferenz verstrichen sind, durchaus nicht in 'die Tat umgesetzt worden. Keine Finanzanstalt der Zionistischen Organisation hat in ihrer Tätigkeit in irgend einer Form, sei es direkt oder indirekt, auf die Interessen .des Trägers der nationalen Bodenpolitik, des Keren Kajemeth Legisrael, Rücksicht genommen. Daß die Jüdische Kolonialbank nebst ihrer Filiale in Palästina, der Anglo Palestine Company, es versäumt hat zu tun, ist vielleicht durch den Charakter dieser Bank noch erklärlich, obwohl ihre Tätigkeit durch besondere Umstände innerhalb 'unserer Palästinaarbeit über den Rahmen einer reinen Kommerzbank hinausgeht.Weiin aber die Hypothekenbank, die eine Gründung der Zionistischen Organisation ist, und -ihrem Wesen nach auf -die städtische Bodenpolitik .einen, ausschlaggebenden Einfluß haben sollte, in keinerlei Verbindung. mit dem. Keren Kajemeth steht und sich in keiner Hinsicht für die Durchführung seines Systems einsetzt, so ist dies schon ein sehr bedenklicher Umstand, der für die geringe Aufmerksamkeit unserer leitenden wirtschaftlichen; Kreise gegen-

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