Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Boden- und Finanzpolitik
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 345 (sequence 1)
- Language
- German
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PALÄSTINA . MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS X. JAHRGANG t927 HEFT 8/9 Boden- und Finanzpolitik. Von Dr. A. Granovsky, Jerusalem. I. Es bestehen tiefe Zusammenhänge zwischen Boden- und Finanzpolitik. Eine Finanzpolitik, die bodenpoldtische Gesichtspunkte zu unterstützen weiß, wäre gewiß dazu angetan, die Tätigkeit des Keren Kajemeth bedeutend vorwärts zu bringen. Es muß leider festgestellt werden, daß die Finanzwirtschaft der Zionistischen Organisation die Interessen der nationalen Bodenpolitik keinesfalls wahrnimmt. Das ist auf der ganzen Linie zu beobachten — bei der Zionistischen Organisation als solcher sowie bei allen ihr unterstellten Organen, insbesondere in der Geschäftsgebarung der Banken, von den Finanzinstituten, .die außerhalb des Wirkungskreises der Organisation stehen, schon gar nicht zu reden. Während in der ganzen Welt die Tätigkeit der kolonisierenden und speziell der für die Zwecke der Kolonisation Boden erwerbenden Stellen von Finanzanstalten unterstützt wird, indem ein geeigneter Modus .bezüglich der Zusammenarbeit der Kreditinstitute mit den Kolonisationsinstanzen getroffen, spezielle Finanzinstitute ins Leben gerufen werden usw., ist bei uns wenig davon zu verspüren. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall, indem vieles geschieht, was dn krassem Widerspruch zu dem von der Zionistischen Organisation in verschiedenen Tagungen proklamierten Prinzipien der Bodenpolitik steht. Obwohl die Zionistische Organisation die Priorität des nationalen Bodenerwerbes anerkennt, werden zum Beispiel nicht unbedeutende Geldmittel an private, Boden erwerbende -Gesellschaften abgegeben, auch auf die Gefahr hin, daß dadurch die Interessen des nationalen Bodenfonds geschädigt werden können. Die zionistischen Banken gewähren Anleihen an Siedler, ohne Bedingungen zur Wahrung der Interessen