Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 3)
- Language
- German
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328 7,3 Prozent, jetzt 17,8 Prozent, Bauarbeiter 1,6 Prozent, jetzt 8,9 Prozent, bei den öffentlichen Arbeiten iBeschäftigte 1,4 Prozent, jetzt 20,4 Prozent, Transportarbeiter 0,3 Prozent, jetzt 2,2 Prozent. Auch der Anteil der jüdischen Arbeiter am Hebraisierungsprozeß im Lande tritt aus den Ziffern klar hervor. 70,1 Prozent der Arbeiter sprechen hebräisch: nehmen wir bloß die männlichen Arbeiter, so sind es 82,4 Prozent, in den Kolonien 90,1 Prozent und in den landwirtschaftlichen Genossenschaften 94,7 Prozent. Die gewaltige Erziehungsarbeit, die in dieser Hinsicht im Lande geleistet wird, wird offenbar, wenn wir in Betracht ziehen, daß in der Galuth der Prozentsatz der die hebräische Sprache Beherrschenden bloß 46,8 betrug. Es tritt aber auch in dieser Beziehung der Gegensatz zwischen den städtischen und den landwirtschaftlichen Arbeitern hervor, der ganz zugunsten der landwirtschaftlichen ausfällt. Ein paar Worte noch über die Bedeutung der Hechaluzbewegung, die durch die Zählung auch durch entsprechende Fragestellung erfaßt wurde. Es zeigte sich, daß von den neuen (Einwanderern, die vor ihrer , Einwanderung ins Land sich in den Hechaluzorganisationen befanden, trotz der heute so schwierigen Verhältnisse 39,4 Prozent zur Landwirtschaft übergegangen sind. 93 Prozent der Einwanderer-Ghaluzirn sind der allgemeinen Arbeiterorganisation beigetreten, 31 Prozent, also fast ein Drittel, den verschiedenen Parteien. 38 Prozent befinden sich im Lande in verschiedenen engeren Arbeits- und Lebensgemeinschaften (Genossenschaften, Kibutzim, Gdud Haavoda), 64 Prozent^ beherrschten die hebräische Sprache bereits in der Galuth und 42 Prozent sind bereits fachlich vorgebildet nach Palästina gekommen. Es kann kaum eine glänzendere Rechtfertigung des Bestehens der Hechaluzorganisationen geben, als die in diesen schlichten Zahlen gegebene. Soll diese Besprechung mit einem Wunsch für die Zukunft enden, so ist es der, daß bei den weiteren Zählungen neben Sammlung von bevölkerungspolitisch wichtigen Daten auch der Ausbau der Arbeiterproduktionsstatistik in Angriff genommen werden möge. Würde es gelingen, über die Produktion der verschiedenen Arbeiterproduktivgenossenschaften und Unternehmungen, wie auch über die Ergiebigkeit der jüdischen Arbeit in den Privatunternehmungen auch nur annähernd so genaue Ziffern zu sammeln, wie sie durch die letzte Zählung der Arbeiterorganisation zutage gefördert worden sind, so würde dies vielleicht auch das Ende des leidigen und nicht immer objektiven Streites über die Zweckmäßigkeit der Produktions- und sozialen Politik der allgemeinen Arbeiterorganisation mit sich bringen. Die Schwierigkeiten, die da zu bewältigen sein werden, sind natürlich sehr groß, die Ergebnisse könnten aber von entscheidender Bedeutung werden. Vom allgemein wissenschaftlichen, wie auch vom zionistischen Standpunkt wäre daher ein derartiges Unternehmen sehr zu begrüßen. 2. Die Genossenschaften der Arbeiterinnen. Viel schwerer und komplizierter als die Frage der männlichen Arbeiter ist in Palästina die Frage der Arbeiterin. Trotz der formellen vollständigen Gleichberechtigung kann sich die Arbeiterin die Gleichberechtigung in der Arbeit selbst nur sehr schwer erkämpfen. Der Kreis der typischen, der physischen Kraft und den Fähigkeiten der Frau entsprechenden Arbeiten ist ein begrenzter und darüber hinaus war die Eroberung neuer Arbeitsgebiete für die Frauen bisher immer mit den größten Schwierigkeiten verbunden. Eines der bedeutendsten Mittel im Kampf um Arbeit der Frauen sind die Genossenschaften der Arbeiterinnen, die sich gerade in letzter Zeit besonders entwickelt haben. Auf der Konferenz dieser Genossenschaften, die vor kurzem in. Tel-Aviv vorgekommen ist, waren bereits