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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 327

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
Date
1927-01-01
Page
Seite 327 (sequence 2)
Language
German
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327 Lehrer und Beamten, soweit sie keine leitende Stelle innehaben, aide nicht selbständigen. Ingenieure, Aerzte, Architekten und Apotheker und alle Arbeitslosen im Lande) erfaßt wurden, sind nach entsprechender Bearbeitung vor 'kurzem durch die Exekutive der allgemeinen Arbeiterorganisation in Form einer Broschüre voll von statistischen Tabellen veröffentlicht worden, die ein hochbedeutsames Dokument von dauerndem Wiert darstellt. Es.ist nicht möglich, an dieser Stelle genauer auf den Inhalt dieser Publikation einzugehen. Vieles von den Ergebnissen der Zählung ist bereits in den verschiedensten Zeitschriften (auch in dieser) veröffentlicht worden. Am interessantesten sind die Vergleiche mit den Ergebnissen der im Jahre 1922 durchgeführten Zählung, die die bedeutenden Verschiebungen seit jenem Jahr vor die Augen führen. Die Verschiebungen sind nicht nur quantitativer Natur (die Zahl der Arbeiter ist innerhalb von vier Jahren von 16.608 auf 31:836, also fast auf das Doppelte gestiegen), noch bedeutsamer sind die qualitativen Aenderungen innerhalb der Arbeiterschaft, die mit den quantitativen in enger Verlbindung stehen. So ist die Zahl der städtischen Arbeiter ungleich rascher gestiegen, als die allgemeine Zahl der Arbeiter: von 5408 auf 15.525, also fast auf das Dreifache. Im Zusammenhang damit sieht einerseits das starke Anwachsen der Lohnarbeiterschaft (gegenwärtig 15.398, also die /Hälfte, und wenn wir die Arbeitslosen dazuzählen, die *ja in der überwiegenden Mehrheit sich aus der Schicht der Lohnarbeiterschaft rekrutieren, sicher mehr als zwei -Drittel der -Gesamtzahl), anderseits die relative Abnahme der Zahl der Landarbeiter, die jetzt (die Mitglieder der selbständigen Genossenschaften und die Lohnarbeiter in den Kolonien zusammengerechnet) kaum mehr als ein Viertel der Gesamtzahl '(8374) ausmachen. Die große Steigerung der Welle der Einwanderer hat natürlich das qualitative Niveau drücken müssen, die nationalen Aufbauinteressen sind in vielfacher Hinsicht den rein professionellen gegenüber an Bedeutung zurückgetreten und auch dies spiegelt sich ziemlich deutlich in den Zahlen wider. So ist die Zahl der Mitglieder der allgemeinen Gewerkschaft sowohl absolut (von 83194 auf 22.538), wie auch relativ (von 50,5 auf 70,8) stark gestiegen (es muß allerdings darauf hingewiesen werden, daß die Histadruth keine rein professionelle Organisation darstellt, sondern die nationalen Interessen ziemlich scharf unterstreicht), indes die Zahl der Mitglieder der politischen Parteien, in denen sich die aktivsten und (wenn wir von der kleinen. Gruppe der Kommunisten und der linken Poale-Zion absehen) in nationaler Hinsicht bedeutendsten Elemente konzentrieren, relativ sehr gering ist und kaum mehr als ein Sechstel der Gesamtzahl (5313) ausmacht. Die Einwanderer waren auch in ihrer überwiegenden Mehrzahl in ihren früheren Wohnländern parteiisch nicht organisiert (kaum 7050 befanden sich in den verschiedensten Parteien). Sehr interessant ist auch die Berufsstatistik. Der hochbedeutsame Prozeß der jüdischen Produktivierung, in dem Palästina bis zum heutigen Tage die überwiegende Rolle spielt, spiegelt sich in ihr sehr deutlich wider. Die bekannten „jüdischen" Berufe (sogar wenn wir das typische Luftmenschentum hier außer acht lassen) sind fast alle in Palästina an Bedeutung zurückgetreten. So bildeten Bekleidungsarbeiter unter den neu Eingewanderten 6,5 Prozent, jetzt bloß 4,5 Prozent, Ernährungsarbeiter 1,9 Prozent, jetzt 1,3 Prozent, Beamte 4,9 Prozent, -jetzt 4,5 Prozent, Händler 2,6 Prozent, jetzt 0 Prozent. Es muß dabei noch in Betracht gezogen werden, daß 47,9 Prozent der neu Eingewanderten, also fast die Hälfte, die Frage nach dem früheren Beruf gar nicht beantwortet haben und daß es sich bei ihnen fast ausnahmslos um frühere Luftexistenzen oder um Leute mit „jüdischen" Berufen handeln dürfte. Dagegen sind die vom volkswirtschaftlichen Standpunkt bedeutsamen Berufe überaus stark gewachsen. So bildeten die Landwirte unter den Neueingewanderten bloß

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