Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Englische Kolonisationsmethoden in England und Übersee
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 3)
- Language
- German
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292 nistry of Agriculture and Fisheries schätzt den Verlust, den der Staat bis zum 31. März 1926 den Counties zu vergüten .haben wird, auf 5 Millionen Pfund. Das ist ungefähr die gleiche Summe, welche die Siedler bis zum selben Zeitpunkt als Renten an die Counties gezahlt haben und welche von den Counties an den staatlichen Siedlungsfonds abgeführt worden sind. Beide Beträge kompensieren sich also, und das Endresultat ist dies, daß die Regierung auf die von ihr für die Siedlung durch Vermittlung des Siedlungsfonds ausgegebenen 15 Millionen Pfund bis zum 31. Mai 1926 keine Zinsen bekommen hat. Wie das finanzielle Ergebnis sich in Zukunft gestalten wird, ist mit Sicherheit nicht vorauszusagen. Es ist zwischen der Regierung und den Counties vereinbart worden, daß im Jahre 19,26 -eine Abschätzung des Ertragswertes aller neugeschaffenen Siedlungsteile erfolgen sollte. Wenn sich hiebe! herausstellt, daß die jährlichen Verbindlichkeiten der Counties größer sind als die zu erwartenden Einuanrhr l, so sollte diese Differenz ein für anomal "festgesetzt werden. Die Regierung wollte auf diese WTeise ihre bisher dem Betrage nach unbestimmte Verpflichtung zur Tragung des Verlustes in eine gleichbleibende, bste jährliche Vergütung umwandeln. In dem Bericht des Ministeriums" wird damit gerechnet, daß der Stir.n d>e Hälfte der von den Ov,:r::ics in Verbindung mit der Sied- 'luingstätigkeit eingegangenen Zahtogsverpflicfitungen wird übernehmen müssen. Dieses Resultat kann in zweifacher Weise ausgedrückt werden, entweder daß der Staat von der iSuimme von 15 Millionen Pfund, die er den Counties vorgestreckt hat, die Hälfte als uneintreibbar abschreibt, oder daß der Staat (genauer der vom Staate geschaffene besondere Siedlungsfonds) nicht die ursprünglich vereinbarten 6 Prozent, sondern nur die Hälfte, d. h. 3 Prozent Zinsen für die ausgegebenen 15 Millionen Pfund erhält. Es »ist bemerkenswert, daß, obwohl den Siedlern die Wahl gelassen wird, oib sie den Boden durch jährliche Ratenzahlung ,zu freiem Eigentum erwerben oder ob sie lihn in dauernder Pacht haben wollen, «fast durchwegs die neuen Siedler' sich für die Pacht entschieden haben. Nur 250 Siedler, d. h. 1,5 Prozent aller Siedler, halben siefh für den Kauf des Landes entschieden. Interessant sind noch folgende Feststellungen in dem Bericht des Ministeriiums: a) Nur in Äusnalimsfallen haben Siedler mit keiner oder geringer landwirtschaftlicher Erfahrung Erfolg gehabt. Andererseits haben Siedler, die an harte Arbeit 'gewöhnt sind und in der Landwirtschaft Erfahrung haben, sich auch in widrigen Verhältnissen durchsetzen ikönnen. ■b) Bin sehr wichtiger Faiktor für Erfolg oder Mißerfolg des Siedlers ist seine Frau. Ohne eine Frau, die bereit :und imstande ist, in der Wirtschaft mitzuhelfen, ist der Siedler in fast allen Fällen zum Mißerfolg verurteilt. c) Nacih der Lage "der Landwirtschaft in England scheint es unmöglich, daß die Siedler auf das aufgewendete■ Kapital mehr als 2 Prozent