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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 288

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Die Schafzucht in Palästina und ihre Zukunft
Date
1927-01-01
Page
Seite 288 (sequence 3)
Language
German
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288 nächsten Winter, aus Mangel an geübten Hirten, einen sehr großen Prozentsatz seiner Schafe und auf der zweiten Seite müssen heute die wenigen Hirten, die Erez Israel aufzuweisen hat, in anderen Berufen arbeiten, weil sie nicht /die Möglichkeit haben, sich eigene Schafe zu erwerben. Muß es da nicht verwundern, daß, durch diese Vorgänge aufmerksam geworden, verschiedene Meschakim (Wirtschaften) sich gerne Herden anschaffen möchten, es aber aus Mangel an Fachleuten unterlassen müssen, denn die Verhältnisse des Landes erlauben es nicht, in der Schafzucht bezahlte Kräfte anzustellen. Momentan befinden sich in Erez Israel im ganzen fünf Herden (ziirka 1500 Stück), die durch jüdische Hirten geweidet werden, außer einigen kleineren Herden von jüdischen Kolonisten, die aber mit arabischen Hirten arbeiten. Demgegenüber steht der riesige Fleischkonsum und Wollmarkt des Orients, für den Erez Israel schon allein, seiner geographischen Lage wegen, den Mittelpunkt bilden könnte. <f Soll man daher nicht endlich an die Lösung dieses Problems herangehen? Das erste was man zu diesem Zwecke tun muß, ist, die Sc'hafzuchtfrage zu einer allgemeinen zu machen. Deshalb brauchen wir Menschen, in Erez wie auch im Galuth, die sich der Sache vollkommen widmen. Gleich wichtig in diesem Falle sind Menschen, die finanziell helfen können, Menschen, die wirtschaftsökonomisch und medizinisch ausgebildet sind und auch solche, die praktisch geübt arbeiten. Hier muß erwähnt werden, daß man in Palästina, welches imstande ist, Hunderttausende von Schafen zu ernähren, die Zucht derselben nicht etwa auf einem Platz konzentrieren kann, sondern verschiedene kleine Gruppen bilden muß, die, verteilt auf das ganze Land, auf kooperativer .Grundlage, zusammenarbeiten. Da der Markt ebenso Milch, als Fleisch oder Wolle verlangt, ein Betrieb aber dem allem nicht Genüge leisten kann, müßte sich eiben jede einzelne dieser Gruppen auf eiines dieser Gebiete spezialisieren, entsprechend den Weideverhältnissen der Gegend, in der sich dieselbe ansiedelt. Die hierzu notwendigen praktischen Arbeiter wären nicht im Auslande, sondern in Palästina selbst auszubilden und zu diesem Zwecke schlagen wir die Schaffung eiines Schulbetriebes vor, in dem sich für den Anfang, bei 500 Schafen, ungefähr zehn Menschen ausbilden könnten und der zu gleicher Zeit eine Versuchsstation sein könnte. Für diesen Schulbetrieb wäre natürlich auch eine gute Fachbibliothek notwendig. Von Wichtigkeit wäre auch die Ausbildung von Mädchen in Woll- und Milohverarbeitung. Nur so können wir die Milchprodukte, die bis heute noch sehr teuer und für den städtischen Arbeiter beinahe unerschwinglich sind, verbilligen. Nur so können wir selbst unseren Fledschmarkt beliefern, nur so können wir unsere eigene Textilindustrie schaffen. Das Gesamtbild also bestände ungefähr aus zehn- bis fünfzehn ein-

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