Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Schafzucht in Palästina und ihre Zukunft
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 4)
- Language
- German
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289 zelnen Gruppen, von je 5 bis 10 Leuten mit höchstens 1000 bis 1200 Schafen, verteilt auf das ganze Land, die unter Aufsicht und nach Weisung der zentralen Stelle arbeiten und dieselbe mit ihren Produkten beliefern, die von dort aus auf den in- und ausländischen Markt gebracht werden. Nur so können war die Weide, die in den meisten jüdischen Wirtschaften jährlich unbenützt bleibt, ausnützen und die tausende Dunam Brachland bevölkern, sowie für die spätere landwirtschaftliche Kolonisation vorbereiten und verbessern, die heute schon in jüdischen Händen sind, aber aus Mangel an Mitteln noch unverwertet bleiben müssen. Denn der Lebensstandard des Hirten ist bedeutend niedriger als der des Landwirtes und /Hirten können dort sein, wo eine landwirtschaftliche Kolonisation noch unmöglich ist. Ja, man kann sagen, der jüdische Hirte ist recht eigentlich, dazu berufen, das Land für unsere Kolonisation zu erobern. Um einen kleinen Beweis der Rentabilität der palästinensischen Schafzucht zu geben, wollen wir hier zwei Berechnungen einander gegenüberstellen: Eime Herde von 100 Stück kostet, in der richtigen Zeit eingekauft, äg. Pfd. 120 bis 150 mit allen Spesen. In einem normalen Jahr wirft die Herde, gerechnet zu 95 Prozent, aib: 95 Lämmer im Werte von mindestens äg. Pfd. 95. An Milch 5400 Liter im Werte von mindestens äg. Pfd. 54. Diesen Ertrag kann man aber durch intensivere Zucht und richtige Kreuzung bis aufs Doppelte steigern. Der Wollertrag hat bis jetzt nur die Steuerkosten, die Lebenshaltung der Hirten und die Mortalität aufgewogen, denn der Wbllpreis war bisher sehr niedrig, (per Vließ Piaster 10 bis 15, das heißt M. 2 bis 3), er kann aber bei richtiger Behandlung aufs Zwei- bis Dreifache gesteigert werden. Demgegenüber wollen wir den Ertrag stellen, den der Beduine aus seiner Herde erzielt. Infolge mangelnder Aufsicht während der Sprungzeit beträgt der Nachwuchs seiner Herde selten mehr wie 75 Prozent. Der Milchertrag ist demzufolge auch kleiner und der Wollertrag ist minimal (er muß, da er keinen festen Wohnplatz hat, die Wolle so lange auf den Schafen lassen, bis er einen Käufer für dieselbe hat und so wird die Wolle. durch Hitze und Staub verdorben, so daß er dieselbe zu Schleuderpreisen abgeben muß). Wir glauben, daß alle die angeführten Tatsachen klar genug beweisen, wie notwendig die Schafzucht für die jüdische Kolonisation in Palästina ist und hoffen, mit diesem Bericht endlich das Interesse der jüdischen Oeffentlichkeit erweckt zu haben. Wir stehen selbstverständlich mit allen näheren Angaben zur Verfügung und erwarten die Anfragen der interessierten Kreise. Wir sind nur vorübergehend in Europa und möchten nicht nach Erez Israel zurückkehren, ohne die für äiesen Zweck notwendigen Schritte eingeleitet zu haben, (Die Adresse der Verfasser gibt die Redaktion auf Wunsch bekannt.)