Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 9)
- Language
- German
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285 größerung der Gemüseanbaufläche nicht .ausreichen. 2. Durch Export. Daß dafür sehr günstige Voraussetzungen bestehen, habe ich mich bemüht, weiter oben nachzuweisen. Sehr wichtig für Exportgemüse ist seine Gleichartigkeit, etwa genau ebenso wie bei der Jaffaorange. Diese könnte durch Zusammenschluß aller Gemüsebauer zu einer Gesellschaft 'erzielt werden, nach dem Beispiel der Tabakgesellsehaften, mit der gegenseitigen Verpflichtung, dieselben Sorten anzubauen, dem Boden die gleiche Bearbeitung und Düngung zu geben, sowie zur selben Zeit zu säen beziehungsweise zu pflanzen. In ähnlicher Weise könnte auch eine große Exportgesellschaft mit -den Landwirten Anbauverträge abschließen, die diese Klauseln enthalten. Aufgabe der Versuchsstationen wird es sein, die 'geeigneten Sorten und Anbauniethoden für die einzelnen Gegenden herauszufinden. Als dritter Absatzweg käme die Konservenindustrie in Frage. Eine solche existiert leider in Palästina noch nicht. Diese Industrie wird aber mit Ausbreitung des Gemüsebaus dort über kurz oder lang bestimmt entstehe^, denn es ist ein paradoxer Zustand, daß Palästina und der ganze vordere Orient, ailles GemüseTänder par excellence, jährlich riesige Mengen Konserven und Tomatenpüree aus europäischen Ländern importieren. Betrachten wir nun einmal kurz die Gemüse auf ihre Befähigung zur Konservierung hin. Die einfachste Konservierung ist das Einlegen der Gemüse in Essig und bestimmte Gewürze. Dafür kommen Gurken, grüne Tomaten, Eierfrüchte, Zwiebeln, rote Rüben und grüne Paprika in Betracht. Weißkohl kann durch Einsalzen zu Sauerkraut verarbeitet werden. Von Kürbis und Zuckermelonen läßt sich (Marmelade bereiten und die reifen Tomaten können zu Püree eingekocht werden. Zur Konservierung in Büchsen lassen sich Karotten, Erbsen, Spinat, Spargel, Kohlrabi und grüne Bohnen verwenden. Es ist wohl unnötig, auf die großen Aussichten einer solchen Industrie für Palästina hinzuweisen. Durch den hohen Einfuhrzoll wäre diese von vornherein imstande, im Lande selbst mit den ausländischen Fabrikaten zu konkurrieren. VII. t Der rationelle Gemüsebau wird in Palästina nicht nur durch die klimatischen Verhältnisse bedingt, sondern auch durch die erbärmliche Lage, in der sich die palästinensische Landwirtschaft seit vielen Jahren befindet. Ist es doch noch nicht gelungen, eine für die Dauer rentable Kultur zu finden. Das einzige, was heute richtig rentiert, sind Milchwirtschaft, Futterbau und einige Pflanzungskuilturen. Aber wie «lange noch? In absehbarer Zeit wird auch darin eine Ueberproduktion eintreten, wie es nacheinander mit Wein, Mandeln, Heu und Tabak der Fall gewesen ist. Durch den Anbau von Getreide werden unsere Landwirte nie auf einen grünen Zweig kommen und immer zu einer unfruchtbaren Exten-