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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 284

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 284 (sequence 8)
Language
German
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284 selbst kann man in zwei Arten einteilen — den Feldgemüsebau ohne Bewässerung, wie er bis Jetzt hauptsächlich von Arabern betrieben wird, und den mit Bewässerung, wie er in beispielgebender Form bei den Deutschen in Sarona zur Anwendung kommt. Von diesen beiden Arten ist der bewässerte Feldgemüsebau die intensivere Form, die sich unter bestimmten Verhältnissen schon dem gartenmäßigen Gemüsebau nähert. Beide haben ihre Licht- und Schattenseiten und' unterscheiden sich in der Bodenbearbeitung sowie Düngung grundlegend, Die Vorteile der Bewässerung bestehen in einem erheblich höheren Ertrag und größerer Sicherheit, ferner in dem nicht so starken Gebundensein an bestimmte Saat- und Pflanzzeiten, außerdem aber in der Möglichkeit, ein bis zwei Ernten mehr zu erzielen. Die Nachteile sind die Anlagekösten und Verzinsung der Bewässerung, erheblich höherer Arbeits- und größerer Düngeraufwand. Immerhin sind die Vorteile der Bewässerung viel größer als ihre Nachteile und wer es irgendwie ermöglichen kann, sollte bewässerbaren Boden zum Gemüsebau verwenden. Leider ist aber für den 'größten Teil Palästinas eine Bewässerung nicht möglich -und da tritt der Feldgemüsebau ohne Bewässerung in seine Rechte. B>ei ihm liegt das Hauptgewicht in der Bodenbearbeitung, die dazu beitragen soll, diesem die Winterfeuchtigkeit zu erhalten. Die Araber sind darin richtige Künstler. (Sehr wichtig ist es auch, die richtigen Saat- und Pflanzzeiten zu finden; diese hängen von der Regenzeit und -Menge ab -und sind nur auf Grund langjähriger Erfahrungen annähernd zu treffen. Sät man nämlich zu früh, so kann -es vorkommen, daß die ersten Regenfälle die Saat wohl zum Keimen bringen, aber nicht genügen, um sie später am Leben zu erhalten; sät man zu spät, so erlangen die Gemüse, wenn die Spätregen nicht in der nötigen Menge faillen, nicht den genügenden Grad der Reife und Vollkommenheit. Die meisten in Europa bekannten Gemüse, wie Kohl, Rettich, roite Rüben, Zwiebeln, Karotten, Erbsen, Salat, Spinat, werden in der Feldkultur mit Beginn der Regenzeit, also etwa Anfang Dezember, gesät beziehungsweise gepflanzt; mit den sehr wärmeliebenden, wie Tomaten, Gurken, Melonen, Kürbis, Eierfrüchten, Paprika, grünen Bohnen, wartet man bis Mitte März. Im bewässerten Feldgemüsebau ist man an diese Zeiten nicht so gebunden. Man kann die wärmeliebenden Gemüse auch später, den ganzen Sommer hindurch bis etwa Mitte Oktber, säen beziehungsweise pflanzen und die erstgenannten beliebig während des ganzen Jahres. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den prosperierenden Feldgemüsebau ist ein gesicherter Absatz; dafür kommen drei Arten in Betracht. 1. Durch Absatz im Lande, was eine zahireiche Stadtbevölkerung voraussetzt. Diese umfaßt heute in Palästina etwa 300.000 Einwohner und würde für eine nennenswerte Ver-

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