Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 10)
- Language
- German
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286 sität verurteilt bleiben. Das vor zwei Jahren aufgebrochene Tabakfieber beweist es, wie sehr die jüdische Landwdrtschaft rentable Kulturen nötig hat, die sie aus dem «ewigen Kreis — Kapifcalkruappheit, Anbau von unrentablen Kulturen, 'Defizit — erlösen können. Ich glaube hier bewiesen zu haben, daß die Feldgemiisekulturen in den meisten Fällen geeignet sind, diesem Dilemma zu entgehen und den Wirtschaften eine bis jetzt sehr entbehrte Stabilität zu geben. Es ist selbstverständlich, daß der Gemüsebau sich nicht nach festen Rezepten in die Wirtschaften einfügen lassen wird, sondern es ist notwendig, daß sich alle Interessenten — also Landwirte, 'zionistische Organisation und Gemüsehändler — zusammenfinden, um gemeinsam zu überlegen, wie sich die vorhandenen Schwierigkeiten, z. B. Erschließung der ausländischen Märkte für den Export, Düngerbeschaffung, Arbeiterfrage usw., am besten überwinden lassen. Wichtig ist, daß man erst einmal in den jüdischen landwirtschaftlichen Kreisen zu der Einsicht kommt, welche weittragende Bedeutung der Gemüsebau für die Entwicklung der Landwirtschaft in Palästina gewinnen kann — dann werden auch die etwa vorhandenen Hindernisse von selbst verschwinden. Die Schafzucht in Palästina und ihre Zukunft. Von D. u. R. K. I. Schon einige Male wurde versucht, die jüdische Allgemeinheit im Galuth über die Schafzuchtfrage in Erez Israel aufzuklären und dafür zu interessieren. Aber entmutigt durch die Erfolglosigkeit dieses Unternehmens hat man es bald wieder aufgegeben. Nun wollen wir, die wir nach zehnjähriger Praxis in der palästinensischen Schafzucht nach Deutschland gekommen sind, um unsere theoretischen Kenntnisse in diesem Fache zu erweitern, nochmals -diese Frage aufwerfen und hoffen mit unserem ausführlichen Bericht die in Frage kommenden Kreise endlich für die Sache zu gewinnen. Es ist weltbekannt, daß die Basis der internationleu Lebensmitte.1- sowie auch Textilindustrie, die Viehzucht ist. Deshalb findet man keinen Staat, der nicht große Mittel daran wendet, seinen Viehbestand zu verbessern und zu vergrößern. Muß es da nicht verwundern, daß in unserer Kolonisationsarbeit dieser Faktor bisher fast vollkommen vernachlässigt worden ist! Man hat zwar Versuche mit Großviehzucht gemacht, aber v sie hatten keinen nennenswerten Erfolg aufzuweisen gehabt. Woran mag das liegen? Der Gebirgscharakter des vorderen Orients bedingt die Kleintier-, vor allem die Schaf- und Ziegenzucht. Einer der stärksten Eindrücke, die der Palästinareisende schon in der ersten Stadt, die er betritt, bekommt, ist der Beduine, der seine