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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 283

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 283 (sequence 7)
Language
German
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283 Problem, auf einer bestimmten Bodenfläche ein Maximum von Qualitätsgemüse zu erzeugen. Arbeits- und Kapitalsaufwand kommen erst an zweiter -Stelle in Betracht, müssen aber natürlich immer im entsprechenden Verhältnis zum Reinertrage bleiben. V. Nach Darstellung dieser Unterschiede1 seien einmal die gegenwärtigen Verhältnisse in Palästina betrachtet. Vor der 3. Alijah war es jsehr selten, daß sich Juden mit Gemüsebau beschäftigten; das überließen sie den Arabern und Deutschen. Diese trieben (Feldgemüsebau und lieferten die Gemüse so billig, daß es die Juden, die meist über eine sehr, mangelhafte landwirtschaftliche Vorbildung verfügten, gar nicht versuchten, mit ihnen zu konkurrieren. Das änderte sich mit dem Einsetzen der 3. Alijah, die gleichzeitig mit vielen neuen städtischen Siedlern auch einige junge Chaluzim ins Land brachte, die einige Monate bei Gemüsegärtnern in westeuropäischen Ländern gearbeitet hatten. Diese beeilten sich nun, in Kwuzoth oder selbständig das nachzumachen, was sie bei ihren Lehrherren gesehen hatten. Das heißt — sie begannen mit gartenmäßigen Methoden auf kleinen Flächen Saisongemüse anzubauen — unter den damaligen Verhältnissen das Verkehrteste, was sie tun konnten. Die ersten Jahre ging alles gut. Durch die angewachsene Stadtbevölkerung war ein großer Mehrverbrauch an Gemüse eingetreten, auf den sich der Feldgemüsebau noch nicht eingestellt hatte, so daß große Knappheit herrschte und die Preise sehr hoch waren. Jedoch schon im dritten Jahre änderten sich die Verhältnisse und an Stelle des Mangels trat ein starkes Ueberangebot in Begleitung einer bedeutenden Preissenkung ein, die viele jüdische Siedler zwang, ihre in vollem Ertrage stehenden Gemüseflächen einfach eingehen zu lassen, weil sie die Erntekosten nicht mehr einbrachten. Erst jetzt kommt man in Palästina langsam zu der Erkenntnis, wie es ja auch der weiter oben angeführte Bericht über Daganiah beweist, daß die Zukunft Palästinas im Feldgemüsebau liegt. Der gartenmäßige Gemüsebau verlangt ein verhältnismäßig so hohes Anfangskapital und Spezialausbildung, daß er als Kolonisationsform für die nächste Zeit in größerem Umfang nicht in Frage kommt. Im Laufe der Zeit werden sich, wie es die Entwicklung in arideren Ländern gelehrt hat, mit steigenden Bedürfnissen aus kleineren Feldgemüsebetrieben in der Nähe der Städte Gemüsegärtnereien entwickeln. Diese Entwicklung aber jetzt schon herbeizwingen zu wollen, können wir uns meines Erachtens infolge unserer großen Geldknappheit nicht leisten. VI. Der Vollständigkeit halber sei noch kurz eine Uebersiclit über die verschiedenen Kulturen des Feldgemüsebaus gegeben. Diesen

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