Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 5)
- Language
- German
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281 Zweifel, daß der Gemüseexport Palästinas einen riesigen Aufschwung nehmen und den der Orangen weit übersteigen wird. Zum Export kommen von Wintergemüsen in Betracht: Blumenkohl und Artischocken (eventuell auch Spargel); von den Sommergemüsen Tomaten, Gurken, Eierfrüchte, Zucker- und Wassermelonen, grüne Bohnen und Paprika. Betreffs des Exportes kommen drei große Ländergruppen in Frage, da Palästina, wenn man Aegypten ausnimmt, konkurrenzlos in bezug auf die Frühzeitigkeit seiner Gemüse ist. Es sind dies zuerst die Länder des Adriatischen Meeres, Italien und Jugoslawien, sowie als Hinterländer Deutsc'hösterreich und Süddeutschland. Die wichtigsten Häfen sind dort Brindisi, Venedig, Triest und Fiume. Als zweite Gruppe wären die südlichen Balkanländer zu nennen, Griechenland, Bulgarien, die Türkei und als deren wichtigste Häfen Athen, Saloniki und Konstantinopel. Große Bedeutung werden auch die Länder des Schwarzen-fMeeresbeckens als Abnehmer von Palästinagemüse gewinnen, wie Rumänien, die Ukraine und Ungarn, mit den Häfen Konstanza und Odessa; ferner wird auch Aegypten große iMengen von Qualitätsgemüse aufnehmen können. Man sieht also, daß in Palästina nicht leicht zuviel Gemüse gebaut werden kann. IV. Wie jede andere Bodenkultur unterliegt der Gemüsebau bestimmten Betriebsgesetzen, deren Nichtbeobachtung sich immer rächt. Da ein großer Teil der bisherigen Mißerfolge des jüdischen Gemüsebaues auf Unkenntnis seiner elementarsten Grundsätze zurückzuführen ist, soll hier einmal versucht werden, diese Betriebsgesetze klar herauszuschälen. Betrachtet man zu diesem Zweck die Länder mit hochentwickeltem Gemüsebau wie Holland, Frankreich, England, Deutschland, so kann man auf den ersten Blick zwei Formen unterscheiden — den Feldgemüsebau und den Gartengemüsebau, die beide nur unter bestimmten Bedingungen Existenzberechtigung haben und sich gegenseitig ergänzen. Trotzdem natürlich infolge lokaler Bedingungen Uebergänge des einen in den anderen vorkommen können, so sei hier doch ein für allemal festgestellt, daß der gartenmäßige Gemüsebau unter keinen Umständen mit dem Feldgemüsebau konkurrieren kann. Zwischen beiden besteht etwa derselbe Unterschied wie zwischen Handwerkerbetrieb und Fabrik. Betrachten wir zuerst einmal den Feldgemüsebau etwas näher. Welches sind die ihm spezifischen Eigenheiten, unter welchen Umständen hat er Existenzberechtigung und wann ist er rentabel? Dies alles kann man aus der Hauptforderung ableiten, die an ihn gestellt werden muß — er soll das Gemüse sehr billig erzeugen; alle anderen Erwägungen wie Qualität, Frühzeitigkeit etc. müssen dieser einen Forderung untergeordnet werden. Wie erzeugt man nun billig? Zuerst einmal, genau wie in