Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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280 Sätze, die für sich selbst sprechen, seien aus einem Artikel im Dawar vom 6. Februar 1927 angeführt. „Die neuen Wirtschaften sind schon mit mehr Vertrauen an diesen neuen Zweig (Gemüsebau) gegangen. Es ist 'aus dem Jahresbericht der Wirtschaften zu sehen, daß heute große Gemüseflächen angebaut werden. Die Kwuzoth in der Jordanebene haben bereits die gewöhnliche Ausdehnungsfläche des Gemüsebaus überschritten. Die Gemüseflächen sind in ihrer Größe den Getreideflächen ähnlich. Täglich werden viele Wragen mit Körben und Kisten Gemüse nach allen Landesteilen geschickt — nach Haifa, Jerusalem, Tiberias, Damaskus und sogar nach Amman. Jeder Transport beläuft sich auf Tonnen (11 1000 kg). Wir wissen bereits, daß, wenn man V* Dunam Gemüse anbaut, dafür schwer Absatz zu finden ist und der Preis dafür zu niedrig erscheint. Für 50 Dunam Gemüse ist der Absatzmarkt sicher. Wenn viel da ist, genügt auch ein niedriger Preis. Je mehr Erzeugnisse, desto größer die Einnahmen. Es ist klar, daß man sich nicht auf den inneren Markt des Lahdes für die Zukunft verlassen kann. Die Gemüseflächen dehnen sich von Jahr zu Jahr aus und man wird für neue Exportmärkte Sorge tragen müssen." Der Artikel schließt: „Wir glauben, daß die genannten Zahlen mehr sagen, als die Berechnungen und Vergleiche der „Kritiker*4, „Wissenschaftler" und „Fachleute" aller Art mit ihren angeblich genauen 'Berechnungen." Ueber die Rentabilität wird gesagt, daß der Dunam (zirka 900 Quadratmeter) Ghazilim (Eierfrucht, Solanum melongena) äg. Pfd. 14 einbrachte und der Dunam Gurken äg. Pfd. 11. Hier muß daran erinnert werden, daß der Boden Palästinas jährlich zwei bis drei Ernten Gemüse ermöglicht. Man kommt also im Gemüsebau zu Erträgen, die jene der Orangen bisweilen weit übertreffen. HI. In bezug auf Exportmöglichkeiten von Frühgemüse ist die geographische Lage Palästinas eine ganz einzigartige. Ein Blick auf die Landkarte zeigt das sofort. Sieht man nämlich von Aegypten ab, so ist Palästina das Land, welches für das gesamte östliche Europa die Gemüse am frühesten erzeugen kann. Schon heute gibt es in Palästina Ansätze zu einem Gemüseexport — das Jordantal versorgt Damaskus und Amman mit Gemüse und viele Araber kommen täglich mit ihren Kamelen aus Syrien und Transjordanien, um in Palästina Gemüse im großen aufzukaufen. Eine bedeutende Ausdehnung besitzt schon heute der Export von Wassermelonen, der 1926 die stattliche Ziffer von 31.680 Tonnen im Werte von äg. Pfd. 102.700 erreichte. Während der Zeit der Melonenernte .entstehen in Samaria und Judäa die ganze Küste entlang (erwähnt seien nur Chedera und Cäsarea) Nothäfen, in denen die Melonen in Barken geladen werden, um nach Aegypten, Beirut, Alexandrette und Konstantinopel gebracht zu werden. Es unterliegt nun keinem