Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379863-2384440--05252-2384659- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Avignon 1× ep/1047822
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
279 In bezug auf Frühreife etwas weniger begünstigt ist die weite Ebene der Umgebung von Avignon, die das wichtigste Zentrum Frankreichs für die Produktion von Frühgemüse darstellt. Der Gemüseanbau in dieser Gegend beherrscht alles, absorbiert die gesamten materiellen und intellektuellen Kräfte und verwandelt die Gegend in einen riesigen Garten... Seit einer Reihe von Jahren gewinnt der Norden Afrikas, und speziell Algerien, eine immer mehr wachsende Bedeutung für den Gemüseanbau sowie den Export von Frühgemüsen. Durch die Milde und Stetigkeit ihres Klimas sind Algerien wie Tunis berufen, die hauptsächlichsten Lieferanten des, Mutterlandes von Frühgemüse für jene Zeit zu werden, da in Frankreich zu ihrer Erzeugung künstliche Hilfsmittel nötig sind. Schon jetzt liefert Algerien bedeutende Mengen von Artischocken zwischen Dezember und April, von grünen Bohnen und Tomaten im November und Dezember sowie vom April bis Juni, und von grünen Erbsen und Frühkartoffeln von Jänner bis April... Marokko steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Es ist aber vorauszusehen, daß seine Produkte sehr bald mit den spanischen Gemüsen (auch in Spanien steht der Gemüseanbau in hoher Blüte) auf den französischen Märkten konkurrieren werden. ,JDie bedeutende Stellung, die der Gemüsebau in den öben erwähnten Ländern einnimmt, ist hauptsächlich den klimatischen Bedingungen zuzuschreiben. Das Mittelmeerklima mit seinen milden Wintern und ziemlich gemäßigten Sommern, die den Pflanzen das Bestmögliche an Licht und Wärme geben, ist als ungemein günstig für die Gemüse zu bezeichnen; es sind ja auch die meisten Kulturpflanzen in den Mittelmeerländern beheimatet." II. Ist nun eine ähnliche Entwicklung auch in Palästina, das ungefähr algerisches Klima hat, möglich? Es gibt darauf nur eine Antwort: Diese Entwicklung ist nicht nur möglich, sondern wird sogar kommen, ob man will oder nicht, denn sie entspricht den geographischen und klimatischen Bedingungen Palästinas. Es ist uns jedoch die Möglichkeit gegeben, diese Entwicklung zu b eschleunigen und dadurch vielen palästinensischen Landwirten Enttäuschungen und Geldopfer zu ersparen. Man beginnt dort übrigens zu ahnen, welche Bedeutung der Gemüsebau an Zukunft für das Land haben wird. Kleine, vom breiten Publikum unbeachtete, für den Fachmann aber symptomatische Nachrichten, die ab und zu durch die zionistische Presse gehen, beweisen es. So las man vor einiger Zeit von einem Versuchsanbau mit Export- Tomaten; ferner, daß ,man, nachdem 1925 ein Probetransport Blumenkohl gut in Berlin angekommen war, 1926 30 Tonnen geschickt habe und ähnliches mehr. Geradezu typisch sind aber die Argumente, mit denen D agania auf die Angriffe von M. Smielanski gegen die Siedlungsform der Kwuzah antwortet. Einige