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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 278

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 278 (sequence 2)
Language
German
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278 Bodenschätze bedingt sind, deren Entwicklung jedoch langsam, für die breite zionistische Oeffentlichkeit beinahe unmerklich, aber doch stetig, ungeachtet der jetzigen. großen Krise fortschreitet. Auf -eine dieser großen Möglichkeiten hinzuweisen, soll Aufgabe dieser Zeilen sein. „Gemüsebau" — darunter kann sich der Laie im allgemeinen nicht viel vorstellen. Leider steckt auch dieser Zweig der Bodenkultur in Palästina noch in -seinen ersten Anfängen und nur wenige Fachleute, unter ihnen Dr. iSoskin, haben bis jetzt erkannt, welche Bedeutung er in Zukunft für die (Entwicklung des Landes gewinnen wird. Es soll darum zunächst durch einige Beispiele gezeigt werden, welche Wichtigkeit in bezug auf Prosperität den Gemüsekulturen in den Nachbarländern Palästinas mit gleichem Klima, also den Ländern des Mittelmeerbeckens, zukommt. I. In Aegypten ist einer der wesentlichsten Exportfaktoren die Zwiebel, deren Kultur dort Tausende von Hektaren bedeckt; doch werden im Nildelta auch alle anderen Gemüse auf großen Flächen kultiviert und in bedeutenden Mengen als Frühgemüse nach Palästina und den nördlichen (Ländern verschickt. Malta ist bekannt durch seinen blühenden Frühkartoffelanbau. In Italien, dem hauptsächlichen Lieferanten für Süddeutschland und Oesterreich, steht die Kultur der Gemüse, besonders Tomaten und Blumenkohl, mit an erster Stelle. Neben dem Versand von Frühgemüsen kommt dem von Gemüsekonserven und Tomatenpüree eine große Bedeutung zu. Was den Gemüsebau in Südfrankreich und Algier betrifft, so werde ich in Anbetracht der hohen Stufe, die der Gemüsebau dort erreicht hat und die ihn darum befähigt, Palästina als Vorbild.zu dienen, auf ihn ein wenig näher eingehen. Ich möchte zu diesem Zwecke einige Abschnitte aus dem kleinen, ausgezeichneten Büchlein von Chevenard „Culture maraichere et de primeurs du Sud- Est, du Midi et de TAfrique du Nord" zitieren. Darin heißt es unter anderem: „Der-Gemüsebau und speziell die Produktion von Frühgemüse hat seit einer Reihe von Jahren eine große Wichtigkeit in jenem eingesonnten Teil Frankreichs, den man mit den Namen Südfrankreich, Provence, Algier, Tunis, Marokko bezeichnet, gewonnen. Zahlreiche Gründe haben zur Entwicklung dieser Kultur beigetragen — bessere Ausnützung des vorhandenen Wassers, die die Bewässerung großer, bis dahin steriler Flächen ermöglicht, Verbesserung des Transportwesens in der dreifachen Hinsicht auf Schnelligkeit, Kosten und Organisation, die es erlaubt, Ueberproduktion durch Versand der Erzeugnisse auf immer weiter entfernte Märkte zu vermeiden — ferner hat auch bestimmt die Unrentabilität anderer Kulturen (wie zum Beispiel Getreide) einen nennenswerten Einfluß ausgeübt . . . „Im Departement Var sind die Umgebungen von Toulon und Hyeres von einer wunderbaren Fruchtbarkeit. Die Ebene von Hyeres kann als ein großer Garten angesehen werden, in welchem sich neben anderem weniger wichtigem, aber doch erwähnenswertem Gemüse, wie Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Frühkartoffeln, unübersehbar die Kulturen von Artischocken und Salat ausdehnen. ..

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