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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Jericho, ein ungehobener Schatz
Date
1927-01-01
Page
Seite 208 (sequence 5)
Language
German
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208 beiter — fast durchwegs Juden — beim Verputzen und Dachdecken- Jüdische Arbeiter? Oh, das ist hierzulande bei arabischen Bauten durchaus kein Ausnahmsfall. Ja, die Juden haben in .manchen Arbeitszweigen das Monopol errungen, und widerspruchslos wurde es ihnen von den anderen gewährt. Soll uns das mächt zur Nachprüfung «anregen, ob es klug und recht ist, noch weiter vor dem demagogischen Schlagwort der „Awoda sara" (fremde Arbeit) habtachtzu- Stehen? Aber die wirtschaftliche Zukunft Jerichos ruht auf noch soliderer Basis, nämlich auf den Aussichten einer großzügigen, intensiv betriebenen Landwirtschaft. Die bebaute, in üppigem Grün prangende Fläche beginnt sich unter den Händen der paar, hundert dort hausenden Eingeborenen, einem recht kläglichen Mischvolk, schon heute auszudehnen. Die klaren Wellen, welche der Wadi Kelt von den Höhen des judäischen Gebirges dem Jordan zuführt, und die Quellen, welche rings .um den Weiher des Propheten Elisa aus dem Boden sprudeln, verströmen nicht ungenützt. In den Lustgärten hinter duftenden Mimosenhecken wiegen sich Phönix- und Dattelpalmen, leuchten 'Goldorangen, schimmert das Gelb der Zitronen und glühen die 'Feuerkugeln der Granatäpfel zwischen quellenden Bananenbündeln. Die Fama sagt, auch ein -jüdischer Garten sei darunter, dessen «Herr, ein Sefardd, in der Hauptstadt residiere. Ein Garten. Wie arm sind wir! O e m S t a a rt g e h ö r t h i e r v i e 1 (L a n d, ja der größte Teil" des Bodens, wie übrigens im iganzen Ghor. Und die (Behörden haben leise tastende Versuche gemacht, ihren Boden zu nutzen. An der Alleniby-Brüc'ke fand ich einen vor kaum sechs Monaten angelegten Bananenhain, vorläufig 150 Dunam groß, der mit einem 14 Pferdekraft Deutz-Motor vom Flusse (her bewässert wird. Der Aufseher, ein Grieche, meinte, die Public Works wolle auch was verdienen. Sinnend stehe ich auf der Grenzbrücke und schaue in die reißenden Fluten unseres Jordan, wie er den zum Schutz versenkten Steinbänken >zu Trotz immer wieder Erdklösse von Abdallahs Gebiet abreißt und dem Ufer Erez Jisraels anschmiegt. O Rutenberg, dir Trost und Hoffnung aller jüdischen Patrioten, die den Jischuw rascli erstarkt sehen möchten, wann wird vom Stauwerk am Tiberiassee her deine belebende Hand bis hieher nach den Gefilden Jerichos herabreichen?! Dann haben wir noch das Problem zu lösen — und die Lösung wird sich finden —, welche Art Juden und wie sie angesiedelt werden müssen, um auch der Sommerglut hier standzuhalten. Vorläufig breitet sich um den (grünenden Kern der Oase noch weithin trostloses, von wucherndem Dorngestrüpp durchsetztes Oedland, das, je näher dem Jordan, sich zu immer phantastischeren Wällen und Hängen, Wänden -und Kuppen formt. Die fahle Farbe dieser Erde verrät ihren starken Kaligehalt. Die mystischen Ge-

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