Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Jericho, ein ungehobener Schatz
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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209 wässer des Toten Meeres bergen noch ein paar Millionen Zentner mehr davon. Mit Phosphaten aufgeschlossen, ergibt Pottasche (kohlensaures Kali) ein treffliches Dungmittel. Schon seit Jahren schwärmte man in der ganzen jüdischen Welt von der großen K o nz es<sio n, die hier ihren Zauberstab schwingen soll. Nach Meinung der Sachverständigen braucht es vor allem ein Kapitälchen von 2 Milionen Pfund. Schleppgelei'se müßten die Ausbeute an die Eisenbahn heranbringen. Die Nachrichten über das Erwachen Erez Jisraels haben leider oft, von der Glut unserer Hoffnungen angefacht, die bedenkliche Eigenschaft, stets zu früh ins Gallith auszufliegen, bis man ihnen nicht mehr recht glaubt. Doch hier scheint die Hoffnung begründet, daß der Konzessionsplan, dank jüdischer Zähigkeit, in absehbarer Zeit verwirklicht werden wird. Hat doch auch die Regierung allen Grund, diesen Plan zu realisieren, nicht nur zum Nutzen der Landwirtschaft, sondern auch — zur Füllung der Staatskasse. All das zusammengefaßt, schon Geschaffenes, keimende Anfällige und große Verheißungen, wird uns Jerichos An wert klar. Nicht ruhig können wir es darum hinnehmen, daß unser Jeruschalajim sich 'bisher gegen diese Nachbarschaft so reserviert hielt. Doch schon scheint die Scheidewand leise zu wanken. Zwi- Bethanien und dem Dorfe Abu Dis liegt nahe der Straße nach Jericho ein schön geformter, baumgeschmückter Hügel, wo Jerusalemer Juden eine Fläche von einstweilen 500 Dunam erwarben, um dort eine Vorstadt-Sühchuna zu gründen. Soll also Jerusalem noch mehr zersplittert, noch weiter zerzogen werden, nun «auch nach dieser Richtung hin? Es stand uns Juden aber stets gut an, gegen Misrach (Osten) zu schauen. Und in Jericho selbst ist die Zahl der jüdischen Touristen, Pensionäre und Gelegenheitsarbeiter im Wachsen. Was aber Jericho nottut, ist eine organisierte Erschließung durch jüdischeTatkraft, Kapital und A r b e d t. Wer wird vorangehen? Der Keren Kajemeth, wie er dies auch anderwärts getan? Sein Pionier werk i>m Emek ist im Wesen vollendet, aber da und dort rufen ihn neue wichtige Aufgaben, gilt es, neuen Boden zu kaufen. Doch im Jordantal und auch bei Jericho liegt Staatsboden brach. Hier gilt es nicht zu kaufen, hier sollen der Keren Kajemeth l'Jisrael, die Zionistische Organisation und das jüdische Volk die U e b e r 1 ,a s s u n g v o n Bode n nach den eindeutigen Vorschriften des Mandats fordern. Und diese unsere Forderung, bisher mit unhaltbaren Ausflüchten abigewehrt, darf nicht mehr verstummen. Dann wird auch der Schatz Jericho für uns gehoben werden.