Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Fünf Jahre landwirtschaftliche Versuchsstation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 hergestellt. Jhre Zentrale arbeitet in engster Fühlung mit der Kolonisationsabteilung der Zionistischen Exekutive und vermittelt den Siedlungen nicht nur die Resultate der systematischen Forschung, sondern verarbeitet auch die sonst im Lande gesammelten landwirtschaftlichen Erfahrungen und macht sie jedem interessierten Siedler zugänglich. Ihre Methoden sind: Mündliche Belehrung: durch eigens zu diesem Zwecke ausgebildete Instruktoren, populäre P u b 1 i k a t i o n e n, in denen die Nutzanwendung aus den Ergebnissen der strengen wissenschaftlichen Forschung gezogen wird, oder unmittelbar und am anschaulichsten die Anlage von D emonstrationsfeldern in den Siedlungen selbst. Auch diese für den Fortschritt in den landwirtschaftlichen Methoden im Lande draußen verantwortliche Institution ist noch im Ausbau begriffen,, da es erstens an der nötigen Zahl ausreichend ausgebildeter Instruktoren fehlt, und weil zweitens ein wirklich in die Tiefe dringendes- Instruktionswerk auf den Ergebnissen langjähriger intensiver und strenger Forschungsarbeit basieren muß, und nur auf wenigen Gebieten heute bereits abschließende Resultate vorliegen. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Projekt, landwirtschaftliche Bildung über die rein manuelle Gewöhnung an die Arbeit hinaus, der Dorfjugend — und teilweise auch der städtischen Jugend — durch die Vermittlung von Lehrern zu vermitteln, die für kürzere oder längere Zeit speziell zu diesem Zweck im Feld und im Laboratorium ausgebildet werden. Der Lehrer wird so zu einem neuen Bindeglied zwischen den Fortschritten der Wissenschaft und ihrer Nutzanwendung auf die Wirtschaft des Siedlers. Auch dieser Plan kann erst ausgeführt werden, wenn die Gebäude der Versuchsstation im Zentrum ihrer Versuchsfelder auf dem Lande errichtet werden. Auch in Palästina, diesem so skeptischen Lande, ist es mittlerweile geistiges Gemeingut geworden, daß technischer Fortschritt in der Landwirtschaft ohne eine großzügig angelegte Forschungsarbeit nicht möglich ist. Selbstverständlich ist es schwer, unter den Interessierten eine Einigung über den Vorrang des einen oder des anderen Forschungszweiges zu erzielen und der Kampf, in dem letzten Endes das Geheimnis des Fortschrittes beschlossen liegt, wird immer wieder entbrennen, wenn neue Arbeitsgebiete in Angriff genommen werden «ollen. Immer wird sich die persönliche Note der die Arbeit leitenden Menschen bemerkbar machen, aber nur so können wissenschaftlich einwandfreie Leistungen erzielt werden: unter Einsatz des ganzen Menschen, der auf Gedeih und Verderb mit dem Werk, das er unternimmt, verbunden ist. Und daß die Arbeit hier in der Versuchsstation vom Direktor bis zum jüngsten Hilfsassistenten von diesem Geist höchsten Verantwortlichkeitsgefühles gegenüber der Aufgabe und der anvertrauten Mittel getragen wird, ist für jeden unverkennbar, der Gelegenheit gehabt hat, 'das Werk der Versuchsstation in dem einen oder anderen Teil im einzelnen zu studieren. Die Atmosphäre des Vertrauens, die daher