Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Fünf Jahre landwirtschaftliche Versuchsstation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379862-2384134--05041-2384328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
197 unter diesem Gesichtspunkt reserviert sind, seine Lösung finden. Für jeden biologisch Interessierten ist es jedoch an sich schon überzeugend, daß ein so gut wie humusfreier Boden, der infolge seiner Schwere leider nur zum geringsten Teil für Pflanzungen geeignet ist, nur ganz allmählich durch systematisch darauf gerichtete Bearbeitung in seiner Ertragfähigkeit gesteigert werden kann* Wenn nun in diesem Uebergangsstadium nur wenige Familien auf einem Areal existieren können, welches später, nach Abschluß -dieser Epoche eine viel -dichtere Bevölkerung mit viel speziaMerteren Kulturen, für -die inzwischen neue Märkte entwickelt isein werden, wird tragen können, so muß dieser Umstand mit in Kauf genommen werden, wofern dieser Weg der einzige zur Schaffung einer rationellen Landwirtschaft für große Flächen ist. Daß die Pflanzungen und Intensivgemüsekulturen nicht etwa Stiefkinder der Versuchsstation sind, geht schon daraus hervor, daß das Studium von Marktfähigkeit von Orangen und Bananen umd der Bedingungen des Gemüsegartenbaues in Mittelmeerländern in das nächste Arbeitsprogramm der Abteilung aufgenommen worden ist. Eine Würdigung der Arbeit der Versuchsstation ist nicht möglich, wenn die rein naturwissenschaftlichen Abteilungen, Biologie unter der Leitung des Direktors des Instituts Prof. O. Warburg (diese in Verbindung mit der Universität), Dr. J. Reichert für Pflanzenpathologie, Dr. F. Bodenheimer für Entomologie und Dr. F. M e n sehi k o w sky für Agrikulturchemie nicht mit in den Kreis der Betrachtungen gezogen werden. Bei der Vielfältigkeit der in einer landwirtschaftlichen Versuchsstation vertretenen Spezialdisziplinen ist es nicht zu vermeiden, daß man sich auf das Urteil maßgebender Fachleute verlassen muß. Und dieses Urteil geht durchwegs dahin, daß der wissenschaftliche Stab der Versuchsstation an Vorbildung und Arbeitsintensität nicht so leicht seinesgleichen im vorderen Orient findet. Die wissenschaftlichen Publikationen dieser Abteilungen haben vielfach Schlüsselprobleme der palästinensischen Naturkunde zum Gegenstande und haben dem jüdischen Namen in der wissenschaftlichen Welt heute bereits erhebliche Geltung verschafft. Und 'diese rein wissenschaftliche Leistung ist erzielt worden, obwohl die Abteilungen mit der Routinearbeit für die agronomischen Abteilungen und für die Inistruktionsabteilung erheblich belastet waren. Die Bekämpfung von Schädlingen aus dem Tieriund Pflanzenreich, die Untersuchung und Kontrolle von Böden und Produkten in chemischen Laboratorien und die Akklimatisierung von Gewächsen (zum Teil für die Aufforstungstätigkeit des Keren Kajemeth iLejisrael), die Untersuchungen für die Tier- und Pflanzenwelt Palästinas usw. bieten ungeheuer viel Probleme, bei denen man -sich auf Schritt .und Tritt auf wissenschaftlichein .Neuland befindet. Die Verbindung zwischen der wissenschaftlichen Forschungsarbeit und der Versuchsstation und der Kolonisation wird durch die I n s t r u k t i o n s a b t e i 1 u n g unter der Leitung von L, Z e m ä c h