Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die Bucht von Haifa
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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180 •des diese kühlenden Winde abriegelnden Kannelgebietes entrückt werden. Wie aus dem vorliegenden Bebauungsplan des Terrains zu ersehen ist, werden die Hauptverkehrsadern teils das heutige Haifa nur tangential berühren oder noch vor Erreichung der Stadt — wie es zum Beispiel bei der Hauptverkehrsader nach Transjordianien in der Richtung auf Beiruth der Fall ist — abgebogen, so daß sie nur das neue vorgesehene städtische Viertel durchschneiden ■ In der Entwicklung der Verkehrslinien, sei es der Straßennetze, der Eisenbahn, der Schnellautoverkehrslinien, liegt eben der Charakter der modernen städtebaulichen Entwicklung. Daher ist die hier vorgesehene Planung von Natur aus gegeben, denn man muß vom heutigen Stadtgebiet Haifa abrücken, da in diesem eine Verdichtung des Verkehres unmöglich ist. Von besonderer Wichtigkeit ist das Gelände in landwirtschaftlicher Beziehung. Der Streit in der Zionistischen Organisation über extensive und intensive Kultur war bisher ein rein theoretischer, doch jetzt durch den Kauf -des Haiifia-Bucht-Geländets ist es möglich geworden, in 'großzügigem Maßstab eine Siedlung auf Basis rein intensiver Kultur zu schaffen. Es wird jetzt möglich sein, auf diesem Terrain eine ganze Reihe von Siedlungen mit einer ziemlich kleinen Fläche zu schaffen, zirka 20 Dunam per Parzelle, so daß zirka 2000 Familien dort angesiedelt werden können, die ihre Existenz auf Landwirtschaft gründen. Die Nähe der Stadt, die reiche und billige Wasserversorgung erleichtern die Durchführung des Projektes außerordentlich. Seit mehreren Jahren besteht ferner eine dringende Forderung der palästiniensischein Arbeiterschaft nach einer sSchchunah Owdim. Daß die Arbeiter billige Wohnstätten haben müssen, um billig arbeiten und in einer Krisenzeit sich irgendwie über Wasser halten zu können, indem sie dann mindestens, eine Wohnung und einen Gemüsegarten haben — daß ist in Palästina längst klar. Leider ist man nur bis heute noch nicht dazu gekommen, diese Forderung zu realisieren. Erst durch den Kauf der Haifa-Bucht ist wenigstens die Möglichkeit dazu gegeben worden. Wie bekannt, hat der Keren Kajemeth schon in der Zone III 2500 Dunam okkupiert, um 1200 Arbeiterfamilien-dort anzusiedeln. Es ist zu hoffen, daß das Projekt noch im Laufe des Jahres 1927 zu Ende geführt wird.. Auf dem Gelände befindet sich eine ganze Menge von kleineren und größeren Quellen. Die größte ist die Kurdaniquelle. Ursprünglich war beabsichtigt, daß diese Quelle das ganze Haifa- Bay-Gebiet bewässern sollte. Wie sich aber jetzt herausstellt, und Ing. Seidener, .der die Wasserfrage der H. B. bearbeitet, vermutet, wird es billiger sein, wenn man das ganze Gelände nicht durch eiine Wasserzentrale .bewässert, sondern 'durch mehrere regionale Wasserkraftstatiönen, und es ist klar, daß wir dafür