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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 174

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Neue Gemüse in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 174 (sequence 3)
Language
German
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174 bereit'Ung als Salat (das heißt roh mit Essig, Oel und einigem Gewürzen) viel verbreiteter und wichtiger ist als zum Beispiel in Deutschland. Die Vorteile dieser Zubereiturug liegen darin, daß die Gemüse erfrischender, schmackhafter und leichter' verdaulich bleiben, denn durch das Kochen würde ein großer Teil der in ihnen enthaltenen Vitamine, die ja bekanntlich den Hauptwert der meisten Gemüse ausmachen, zerstört werden. Um so mehr muß man sich wundern, daß die Blattpflanzen, die extra zu diesem Zwecke gezüchtet worden sind, noch keinen Eingang in Palästina gefunden haben. Abgesehen vom Kopfsalat, der in der kühleren Zeit dort ausgezeichnet gedeiht, gibt es andere, die größte Hitze gut vertragende Pflanzen, welche durch ihren pikanten, angenehm bitterlichen, erfrischenden Geschmack (geradezu ideale Salatpflanzen für die heißen Länder darstellen. Genannt sei zuerst die Endivie (Cichorium endivia) mit ihren beiden Spielarten, der gekrausten Endivie und der breitblättrigen oder Escariol. Für sie gilt hauptsächlich das weiter oben Gesagte, aber auch von dem römischen Salat (lactuca sativa) existieren sehr wärmeharte Sorten. Während dde Endivie künstlich durch Zusammenbinden der Blätter gebleicht und dadurch zart und schmackhaft gemacht wird, ist dies bei römischem Salat nicht notwendig, da er sich von selbst schließt und so seine Herzblätter bleicht. Hingewiesen sei auch auf die Rapünzchen oder Feldsalate (aus der botanischen Familie der „Valeriaceen"), die allerdings etwas fade schmecken und aus diesem Grunde zum Beispiel in Frankreich 'meistenteils mit eingelegten roten Rüben zusammen gegessen werden. Ebenfalls sehr erstaunt muß man darüber sein, daß weder Bleichnoch Knoillensellerae in Palästina kultiviert werden. Die Vorzüge dieser sehr wärmebedürftigen Pflanzen sind wohl allgemein bekannt. Der Knollensellerie ist nicht nur eine Suppenwürze, sondern wird auch als besonderes Gemüse gekocht und ist, als Salat zubereitet, wegen seines pikanten Geschmackes sehr geschätzt. In Deutschland weniger bekannt ist dagegen der Bleichsellerie, dessen Konsum in den westlichen Ländern, besonders England und Amerika, sehr große Dimensionen angenommen hat. Man genießt ihn noch mit Salz und Pfeffer. Sein Anbau ist um so mehr zu empfehlen, als es in letzter Zeit 'gelungen ist, selbstbleichende Sorten zu züchten, was bei der Kultur eine große Arbeitsersparnis bedeutet. Auch der Porree (allium porrum), der, wie der Knollensellerie, neben seiner Eigenschaft als Suppenkraut ein ausgezeichneter Salat und auch ein Kochgemüse ist, wäre sehr gut zum Anbau zu jeder Jahreszeit in Palästina geeignet. Sein Genuß ist in anderen Ländern sehr verbreitet; man nennt ihn zum Beispiel in Frankreich den „Spargel der armen Leute".. t Einen wichtigen Platz in der menschlichen Ernährung nehmen wegen ihrer blutbildenden, Stoffwechsel fördernden Wirkung die

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