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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Neue Gemüse in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 173 (sequence 2)
Language
German
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173 möglicht dadurch die Aussaat von einigen Gemüsen, die dann zwei bis vier Monate später auf den Markt kommen. Man benützt dazu Blumenkohl, Weißkohl, Rettiche, rote Rüben, Tomaten und Eierfrüchte (solanum melöngena), die derselben botanischen Familie angehörien wie die Tomaten und Kartoffeln und die ein in südlichen Ländern sehr verbreitetes und beliebtes Gemüse sind. Gegen Ende des Monats Sch'wad beginnt dann der Anbau der Frühjahrsgemüse. Zu-dieser Zeit kann man alle bekannten europäischen Gemüse, mit Ausnahme der sehr wärmebedürftigen, kultivieren. Es ist dies die natürliche Wachstumszeit der Gemüse, die darum zum Gedeihen keiner künstlichen Beihilfe bedürfen. Als hauptsächlichste seien genannt Kohl, Kohlrabi, Rettich, Mohrrüben, Erbsen, Puffbohnen, rote Rüben und Zwiebeln. Gegen Ende des Monats Adar beginnt die Pflanzung der Sommergemüse, die dann gegen Sch'wuoth auf dem Markt erscheinen. Mit wenigen Ausnahmen haben sie während der Wachstumszeit künstliche Bewässerung nötig. Unter ihnen sind alle Gemüse zu verstehen, die ein großes Wärmebedürfnis haben und gegen kühle Temperatur sehr empfindlich sind, also, »um die wichtigsten zu nennen, Buschbohnen, Tomaten, Eierfrüchte, Gurken, Melonen, Kichu'im (Cucurbita pepo, auf Englisch vegetable marrow* die zu den Gurkengewächsen gehören und geschmort oder mit Fleisch gefüllt gegessen werden), Paprika und Bamia (hibiscus esculentus, welche in Zubereitung und Geschmack den grünen Bohnen etwas ähneln). Bedauerlicherweise lassen die meisten dieser Gemüse bald in ihrer Ergiebigkeit merklich nach, um gegen Ende Tamus ganz aufzuhören, so daß es während der Monate Aw und Elul mit Ausnahme von Eierfrüchten, Tomaten, Paprika und Bamia beinahe keine anderen Gemüse auf dem Markt gibt. Erst die Er^ Zeugnisse des Herbstanbaues bringen dann wieder einige Abwechslung für die palästinensische Küche. Aus dem eben Gesagten ergibt sich also als die im allgemeinen Interesse augenblicklich wichtigste Aufgabe des palästinensischen Gemüsebaues, dafür Sorge zu tragen, daß der Markt in der Zeit von Sch'wuoth bis Suckoth reichlich mit den Europäern gewohnten Gemüsen beschickt werde. Dazu sollen hier einige Anregungen gegeben und auf mehrere in Palästina noch unbekannte Gemüse hingewiesen werden, die es durch ihre Qualität «und ihre Fähigkeit, starke Hitze gut zu ertragen, verdienen, dort Eingang zu finden. Vorausbemerict sei nur noch, daß es durchaus möglich sein muß, viele der schon angebaueten Gemüse, wie rote Rüben, Rettich, Mohrrüben, Kohlrabi und grüne Bohnen, auch in den heißen Monaten zu kultivieren. Es würde sich nur darum handeln, die schon in anderen heißen Ländern existierenden wärmeharten Sorten zu wählen und bestimmte gärtnerische Methoden, deren Beschreibung hier zu weit führen würde, anzuwenden. Es ist, um nun zum Thema zu kommen, wohl 'jedem bekannt, daß in den südlichen Ländern der Genuß der Gemüse in der Zu-

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