Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Neue Gemüse in Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 4)
- Language
- German
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175 Spinatgemüse ein. Der Anbau des gewöhnlichen Gartenspinats kommt für Palästina nur während der kühleren Monate in Frage. Für die heiße Zeit empfiehlt sich durch seinen noch feineren Geschmack der Neuseeländer Spinat (tetragonia exponsa). Ein anderer ausgezeichneter Spinat, der auch zur Suppenbereitung dient, ist der Sauerampfer (aus der botanischen Familie der Poligonaceen). Diese in Deutschland als Unkraut vorkommende Pflanze ist in den südlichen Ländern in Kultur genommen worden und bat einen sehr angenehmen, säuerlichen Geschmack. Sehr beachtenswert als Gemüse ist der Marigold (beta vulgaris), dessen Blätter man wie Spinat kochen kann.Den Hauptwert haben die dicken, fleischigen Blattstiele, die einen sehr guten Spargelersatz darstellen, da der Geschmack dem Spargel sehr ähnlich ist. Ebenso wie Spargel zubereitet werden die Cardy oder spanischen Artischocken (cynara cardunculus), die es" wegen ihrer Qualität durchaus verdienen, in Palästina angebaut zu werden. Gebraucht werden die vorher gebleichten Blattstiele. Zum Schluß soll noch auf ein sehr wertvolles Gemüsehingewiesen werden, nämlich den Ghampignonpilz (agaricus campester). Dieser durch Sporen sich fortpflanzende Pilz ist in seiner Kultur an keine Jahreszeit gebunden. Man zieht ihn in Kellern und dunkel gehaltenen Räumen auf reinem, besonders zubereitetem Pferdedung, jedoch ist, damit er gedeiht, eine sehr gute Lüftung notwendig:. Die Pilze sind sehr nahrhaft und werden als Gemüse gekocht oder zur Soßenbereitung verwendet. Es ließen sich noch sehr viele weniger wichtige Gemüse anführen, die es durchaus verdienen, in Palästina kultiviert zu werden, doch würde das hier zu weit führen. Zweck dieser Zeilen soll es lediglich sein, auf die Wichtigkeit dieser Fragen aufmerksam zu machen und einige Anregung .zu ihrer Lösung zu geben. Die Bucht von Haifa. Von Ing, E. Kuzenok, Berlin. Das Problem der „Geulath Haarez" (Erlösung des Bodens) ist eng verknüpft mit der Frage der Bodenamelioration, so eng verknüpft, daß manchmal der Bodenkauf ohne Berücksichtigung der Amelioration mehr Schaden als Nutzen bringen kann. Um das „National Home" zu sichern, muß man mindestens 5 Millionen Dunam Boden in jüdischen Händep konzentrieren, mehr als dieses Q.uantum werden wir wahrscheinlich auch niemals besitzen können. Von den zirka 25 (Millionen Dunam Boden, welche in Palästina vorhanden sind, kann man zirka 10 Millionen auf Flachland rechnen. Da die arabische Bevölkerung zu drei Viertel im Gebirge lebt, besteht für die Jiuden die Möglichkeit, fast 5 Millionen Dunam in ihren Besitz zu bringen. Dies ohne jeden Konflikt mit den Arabern, die ja diesen Boden nicht bearbeiten, hauptsäch-