Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 16)
- Language
- German
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171 Nicht zu verändern «sind: 1. Reis, und zum Teil Hülsenfrüchte (technische Unmöglichkeit des Anbaues), 2. Kolonialwaren. Diiese Belastung unserer Bilanz kann aufgehoben werden zu*- nächst durch Produkte, die wir «bereits ausführen, nämlich 1. Orangen und .andere Früchte (zum Beispiel Tafeltrauben), 2. Wein, 3. .tierische Produkte (wiederum Steigerung der Viehhaltung inklusive Schafhaltung), 4. Seife. Erst in zweiter Linie können wir jedoch daran gehen, Produkte, die wir zurzeit noch auf dem Inlandsmarkt brauchen, als Exportware herzustellen. Dies scheint uns der natürliche Gedankengang zu sein, den die Betrachtung der palästinensischen Agrarbilanz sowie der natürlichen -und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes lehrt; denn ohne jede innere Notwendigkeit kommt der Artikel Rabinowitz' zur Forderung einer «Umgestaltung der palästinensischen landwirtschaftlichen Produktion zu einer Exportproduktion für Gemüse. Und da sein Ausgangspunkt allerdings ein dogmatisches. Soll ist, zieht er weder die-allgemeinen noch die speziellen Voraussetzungen seiner Forderung 'genügend mit in 'Rechnung. Die allgemeinen behandelten wir vorhin bereits ausführlicher; sie werden durch die speziellen Forderungen, die gerade für die von ihm angeführten Beispiele charakteristisch sind, noch ergänzt. Denn eine Forderung, „Angebote zu Preisen, die dem Mittelstand erträglich sind", "katm für unsere Exportproduktion bei 'ihren hohen Investitionskosten nicht erfolgen, im Gegenteil — und dies ist ja auch gerade eine von Dr. Soskins Theoriein gewesen — wir können nur Luxusprodukte liefern, die nicht für den 'Mittelstand, sondern für die „oberen Zehntausend" bestimmt sind. Das Biliumenkohlexperiment des Jahres 1926, das wir aus eigener Mitarbeit etwas kennen, war wegen der hohen Preise und Transportschwierigkeiten nicht so erfolgreich, daß es in größerem Ausmaße wiederholt wurde. Und der Gemüseimport nach England? Kartoffeln gedeihen in Palästina aus natürlichen Gründen nicht, wie von sachverständiger Seite, zum Beispiel zuletzt von Zemach, in einem Antwortmemorandum an Agronom Dyk deutlich festgestellt wird (ganz abgesehen von den außerordentlich besseren Produktionsbedingungen gerade für diese Frucht in den Konkurrenzländern Frankreich, Spanien, Malta, abgesehen auch von den Transportbedingungen). Für die Zwiebel gilt wieder die Konkurrenz der unter vielfach günstigeren Bedingungen produzierenden Länder Spanien und Holland (ohne Transportkostenfragen); bei Rosinen vergessen wir nicht die unerhörte Konkurrenz Amerikas, das selbst die alten Produktionsländer, wie die Türkei mit ihren Sultaninen und Griechenland mit seinen Korinthen immer mehr in Absatzschwierigkeiten bringt. Die Tomate, das Standardprodukt des Soskinschen Themas,. wird, zwar zu bestimmten Zeiten hohe Preise -erzielen können. Sie ist aber außerordentlich abhängig von Konjunkturschwankungen, von der jewei-