Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379862-2384127--05001-2384301- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
170 Berichten der Versuchsstation und des Laridwdrtschaftsdepartemehts der Exekutive erweist, ergeben, daß wir sowohl billiger wie besser .produzieren könnten, ohne solch riesige Summen in eine Bewässerungswlirtschaft für Gemüse investieren zu müssen, deren Erträgnisse noch dazu in vier höherem 'Maße urid in einem viel spekulativeren Sinne'vom Weltmarkt abhängig sind. Auffällig ist die große Einfuhr von Olivenöl in ein Land des öelbaums. Die (Raitionalisierung dieser Kiultur, eventuell auch die Gewöhnung der Bevölkerung an den Gebrauch von Sesamöl könnte hier wohl Abhilfe schaffen. Der Einfuhrüberschuß von Gemüse beträgt in den Jahren 1923 bis 1925 45.000 bis 65.000 Pf und, im Jahre 1926 ungefähr 60.000 Pfund. Der weitaus größte Teil dieses Importes besteht aber aus Kartoffeln, und es wäre zu erwägen, ob sich nicht in den Ernährungsmethoden unserer Bevölkerung ein genügender Ersatz für die in Palästina nicht heimische Kartoffel finden läßt. Auch für die Produkte der Geflügelzucht ist der Inlandsmarkt noch sehr aufnahmefähig, und mit Recht werden vom seilen unserer Kolonisationsinstanzen alle Anstrengungen gemacht, um diesen landwirtschaftlichen Erwerbszweig zu erweitern umd zu verbessern. Auch im Ausland, zum Beispiel in Aegypten, könnten wir hiefür einen guten Absatzmarkt finden. Ob wir allerdings in unserer Geflügel? zucht die von Rabinowlitz propagierte amerikanische .Methode be* nützen sollten, nämlich eine industrielle, wirklich fabriksmäßige Produktion in eigenen Kükenfarmen, oder. uns mehr des bäuerlichen Produktionsprinzips bedienen isoIlten (wie zum Beispiel in Dänemark), ist noch keineswegs geklärt. Immerhin hat -Sich in Deutschland «die Führung eigener Geflügelfarmen fast nie als rentabel erwiesen, und wenn, dann nur als Zuchtfarmen, nicht aber als Eierfabraken. Ein Zusammenhang zwischen dieser Produktion mit den Soskinschen Plänen besteht übrigens nur sehr entfernt. Unsere Agrarbilanz sieht also, zusammengefaßt, folgendermaßen aus: Passiv 1. Getreide und Getreideprodukte 2. Reis und Hülsenfrüchte 3. Gemüse 4. Oele 5. Tabak 6. Eier 7. Milchprodukte 8. Fische 9. Kolonialwaren Aktiv 1. Orangen 2. Andere Früchte 3. Wein 4. Tierische Produkte (Häute und Felle) 5. Seife Die Passivseite ist , zu verringern durch Steigerung der Eigenproduktion in: 1. Getreideprodiukten, 2. Gemüsen, 3. Oelen (zum Teil durch Ersatz), 4, Tabak, 5. Eier, 6. Milchprodukten (Steigerung der Viehhaltung, das heißt, allmähliche Intensivierung der Wirtschaften), 7. Fische (durch Förderung der Fischzucht).