Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 17)
- Language
- German
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172 Ilgen Produktion der Könkurrenzländer, so empfindlich im Transport, das heißt so sehr Spekulationserzeugnis, daß sie, selbst wenn die niedrigen Gestehungskosten, die für diese Produktion errechnet, aber noch nicht bewiesen sind, richtig sind, als Grundlage eines Kolonisationsprojektes für Palästina nicht akzeptabel ist. Wir stimmen also, um dies nach aller Polemik klar zusammenzufassen, mit Dr. Soskin darin überein, daß die Gemüseproduktion in Palästina noch erheblich gesteigert werden kann. Wir halten sie aber als Kolonisationsprinzip für unsere gesamte Kolonisation für falsch und glauben, daß eine Steigerung der Produktion von Gemüsen wesentlich in einer alimählichen Intensivierung des Gemüsebaues in den einzelnen bäuerlichen und genossenschaftlichen Betrieben im Rahmen der Gesamtproduktion erzielt werden sollte. Dabei halten wir vielleicht eine spezielle Gemüsebausiedlung, zum Beispiel in der Nähe Tel-Awiws, wo es bereits eine Anzahl von Gemüsebauern gibt, für grundsätzlich möglich. Die Verbesserung der Agrarbilanz Palästinas sollte unserer Meina^g nach durch die Erhöhung unserer heimischen Produktion für die zurzeit noch eingeführten, aber grundsätzlich -auch bei uns erzengbaren Produkte erfolgen. Der Weg unserer Landwirtschaft, der selbstverständlich einmal zu immer steigender Intensivierung führen muß, soll jedoch frei sein von Dogmen und im Rahmen unserer gesamten Kolonisationsarbeit bestimmt durch die natürlichen und wirtschaftlichen Tatsachen, die in Palästina herrschen. Neue Gemüse in Palästina. Von Hermann Hirsch, derzeit Montrpuge bei Paris. Gewiß wird jeder, der schon einen Sommer in Palästina verlebt hat, den -beinahe vollständigen Mangel an frischen Gemüsen beklagt haben. Ganz abgesehen davon, daß die palästinensische Küche dadurch eine ziemliche Einförmigkeit bekommt, so «sind es gerade die Gemüse, die in den warmen Ländern den Hauptwert für die menschliche Ernährung durch ihren großen Reichtum an Vitaminen und ihre verdauungsfördernde Wirkung besitzen. Es wird darum von allgemeinem Interesse sein, einmal zu untersuchen, ob und durch welche Mittel diesem Zustand etwas abgeholfen werden kann. Zur besseren Uebersicht seien zuerst die gegenwärtigen Verhältnisse kurz skizziert. Die heutige Lage im palästinensischen Gemüsebau ist etwa folgende: Die Hauptanbaumonate für Gemüse liegen zwischen Suckoth und Sch'wuoth. In ihnen lassen sich drei Anbauperioden klar unterscheiden: Sommeranbau, Herbstanbau und Frühjahrsanbau, von denen nur der letztere ohne Bewässerung möglich ist. Die Kultur der Herbstgemüse beginnt ungefähr am Ende des Monats Aw. Zu dieser Zeit läßt nämlich die forcierte Hitze etwas nach und er-