Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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169 spiele, -die sich noch vermehren und erhärten ließen, die jedoch zum Teil in den genannten Artikeln und Schriften behandelt sind. V. Zum Schlüsse wollen wir uns noch der Aufgabe unterziehen, einen Artikel, der aus dem Gedankenkreis Dr. Soskins stammt, kurz zu untersuchen, weil sich an ihm 'mit besonderer 'Deutlichkeit die Umkehrung der natürlichen Gedankengänge erweist, die diesem Ideenkreis eigentümlich zu sein scheint. (A. Rabinowitz, „Die Agrarbilanz Palästinas*', abgedruckt dm vorliegenden Heft.) Schon, die Analyse der Ein- und Ausfuhr in Agrarprodlukten erleidet eine wesentliche Einbuße dadurch, daß sie sich nur auf das Jahr 1925 bezieht, ein Jahr, in dem die Bevölkerung, und zwar im wesentlichen die konsumierende Bevölkerung, rapid anstieg, so daß die Produktion der Landwirtschaft dem Bedarf gar nicht folgen konnte und eine erhöhte Einfuhr nötig wurde. Die Jahre 1923 und 1924 zeigen in der Agrarbilanz nur einen Einfuhrüberschuß von 240.000 bis 250.000 Pfund gegenüber den 800.000 des Jahres 1925. (In der Anmerkung zum Artikel des Rabinowitz (unterläuft ein Irrtum, da die Export- und Importzahlen verwechselt werden, in Wirklichkeit ein Import keinen Exportüberschuß verträgt.) Im Jahre 1922 betrug der Agrarimportüberschuß zirka 285.000 Pfund bei ziemlich starker militärischer Besatzung. Im Jahre 1926 betrug der Importüberschuß von Produkten z. B. nur noch 600.000 Pfund, ist also, obwohl sich die Bevölkerung weiter vermehrt hat, bereits wieder um 25 Prozent zurückgegangen, wobei wir uns nicht verhehlen wollen, daß dieser Rückgang zweifellos nicht nur auf Rechnung der Steigerung der landwirtschaftliehen Produktion des Landes, sondern auch auf Rechnung des mit der einsetzenden Krisis verminderten Konsums zu setzen ist. Diese Zahl ist aus den vorläufig nur vorliegenden monatlichen Berichten der .palästinensischen Regierung errechnet, ist also nur ungefähr richtig, da die monatlichen Zusammenstellungien beim Jahresabschluß meist noch Korrekturen unterliegen. Setzen wir jedoch die Analyse fort: Wo liegt die stärkste Einfuhr? Wo läßt sie sich durch eigene Produktion ersetzen? Wo importieren wir Artikel, die wir nicht selbst herstellen können, so daß wir sie durch spezielle Exportartikel ausgleichen müssen? Sehr hoch ist der Importübersobuß für W e i z e n u n d W e i z e n m e h 1, im Jahre 1925 auch für Hülsenfrüchte, während in den Jahren 1923 und 1924 diese exportiert wurden. Rabinowliitz meint, daß aus Gründen der Weltmarktpreise Palästina nie Selbstversorger für Brotgetreide sein kann. Warum, so fragen wir, kann nicht das Problem der Ertragssteigerung unseres Ackerbaues der Vierbilligung und Verbesserung der Produktion für Brotfrüchte, der Ausnützung noch nicht oder nur schlecht bearbeiteter Bodenfläehen erörtert werden? Ein Studium dieser Frage würde, wie das'bereits vorliegende Material, zum Beispiel von Wilkansky und in vielen