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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Kolonisationspläne und Kolonisation
Date
1927-01-01
Page
Seite 167 (sequence 12)
Language
German
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167 verzichten, um 'die Gewinnung von problematischen „Seltenheitsprodukten" zu ermöglichen." (Dr. Siebert.) Zu diesen Feststellungen über die Schwierigkeiten und beschränkten Möglichkeiten der künstlichen Bewässerung 'tritt die Tatsache, daß auch der andere Faktor, der Boden, der außerordentlich ausgesogen und arm ist, ungünstig wirkt. Gemüsebau, speziell intensiver Gemüsebau, fordert aber sehr nährstoffreiche Böden. Auch in den anderen Gebieten unserer landwirtschaftlichen Produktionen müssen wir für die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen Vorsorge treffen, aber hier kann diese allmählich vor sich gehen und sich harmonisch in die Entwicklung des Gesamtbetriebes einfügen (durch Erhöhung der, Viehhaltung bei Gewinnung von eigenem Futter beispielsweise — ein bekannter Kreislauf). Der intensive Gemüsebau dagegen schließt diese allmähliche, sich selbst fördernde Entwicklung aus und verlangt, von vornherein eine sehr gründliche Ameliorierung der Böden und die Hineingabe großer Düngermengen, die gekauft werden müssen, da sie aus dem Betriebe nicht gewonnen werden. Also neben künstlicher Bewässerung Düngung, wie Dr. Soskin unseres Wissens zum erstenmal in den oben erwähnten Artikeln ebenfalls fordert, d. h. neue kostspielige Investitionen; und hier dringen wir bereits in die letzte entscheidende Problemstellung ein: denn technisch ist in der Landwirtschaft «letzten Endes nichts unmöglich. Rein technisch gesehen, können die überhaupt der künstlichen Bewässerung zugänglichen Bodenflächen Palästinas mit Hilfe mechanischer Maßnahmen in Gemüseparzellen umgewandelt werden. Aber nie sind die Technik und ihre Möglichkeiten entscheidend für die Gestaltung eines landwirtschaftlichen Betriebes. Den Ausschlag, ob eine technisch mögliche Methode anwendbar ist, gibt erst ihre ökonomische Bewertung. Wir werden uns mit der Frage der ökonomischen Richtigkeit des Soskinschen Prinzips nur kurz beschäftigen, weil die hiefür entscheidenden Tatsachen bereits wiederholt erörtert worden sind. (Z. B. bei Dr. Ruppin in seinem Buche „Die landwirtschaftliche Koloinisatioin der Zionistischen Organisation". Auch wir haben bereits verschiedentlich Gelegenheit gehabt, -zu dieser Frage Stellung zu inehmen, z. B. „Jüdische Rundschau" 19, „Die Arbeit", V. Jahrgang, Nr. 2 amd 3, 1924). Eine Grundtatsache sei jedoch hier von vornherein festgestellt. Das alte Ricardosche Grundrentengesetz, dessen Richtigkeit bis heute nicht widerlegt wurde, sagt aus: Der Preis für Bodenprodukte richtet sich nach den Herstellungskosten des unter den u ng ü n s t :i g s t e n Bedingungen hergestellten Anteils au der Gesamtweltproduktiori, die zur Befriedigung des Weltbedarfes nötig ist. Dies Gesetz hat aber eine entscheidende Ausnahme, bei der es sich in sein gerades: Gegenteil umkehrt. Der Weltmarktpreis für Luxus-

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