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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 166

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Kolonisationspläne und Kolonisation
Date
1927-01-01
Page
Seite 166 (sequence 11)
Language
German
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166 fällt bereits ein großer Teil palästinensischen Bodens aus dem Soskinsehen Schema heraus, falls sich nicht »die Anwendung des Dry Farming-Systems, die auch von Col. Sawer empfohlen wird, als geeigneter erweisen sollte. Ein großes Gebiet, arider Böden wäre für künstliche Bewässerung prädestiniert: die Ebene Chor. Die Bewässerung erfordert hier aber unerhörte Kosten. Dazu kämen noch die hier besonders hohen Ausgaben für die Urbarmachung und vor allem für die Entsalzung dieser an Alkalien sehr reichen Böden, die riesige Summen verschlingen würden. Ein kleines Gebiet im Norden des Jordantales, wo keine alkalischen Böden sind, ist für Gemüsebau mit Bewässerung geeignet und wird bereits jetzt hierfür ausgenützt. Das semiaride Gebiet im Süden Palästinas zwischen Gasa und Berseba braucht in der Tat künstliche Bewässerung, aber nicht etwa um bereits Gemüse- und Obstbau zu treiben, sondern um überhaupt das Land für einen rentablen Ackerbau zu erobern. Dieser Landesteil leidet nämlich so häufig an Dürren (wie z. B. auch in diesem Jahre), daß die Einführung der künstlichen Bewässerung für seine Nutzbarmachung als Ackerland zunächst unerläßliche Voraussetzung ist, wenn sie auch hier mit großen Kosten verbunden bleibt. Bleibt die Küstenebene mit der tief ins Innere eindringenden Ebene Estrelon für bewässerte Obst- und Gemüsekultur. . Diesen Bewässerungen stellen sich hier aber auch sehr große Hindernisse entgegen. Die Flüsse führen nur im Winter Wasser und trocknen im Sommer mit Ausnahme von höchstens zehn aus. Man muß also, wie auch Soskin plant, das meteorische Wasser zu Hilfe nehmen. Dieses zu sammelh und nutzbar zu machen, ist aber wieder mit außerordentlichen Kosten verbunden. Besonders wenn man in Rechnung zieht, daß das ganze palästinensische Gebiet kalkformatorisch, d. h. im größten Maße wasserdurchlässig ist. „Wir sehen mit einem Mal die gesamten Projekte einer Großkolonisation (bei dem Tempo der modernen jüdischen Palästinabewegung ist nur der Plan einer Großkolonisation in Betracht zu ziehen) auf Grundlage von Soskins Plänen bis zu einer Bedeutungslosigkeit zusammenschrumpfen. Soll auf die ökonomische, ackerbauliche Entwicklung des Gesamtlandes von der ostpalästinensischen Steppengrenze bis zum Küstengebiet verzichtet werden, nur um die Möglichkeit zu geben, in den Küstenstreifen intensive Parzellenwirtschaft zu treiben? Sollen die vorhandenen Gewässer Ostjordaniens zur Vermeidung von Mißernten und zur Eroberung von halbtrockenen Gebieten des Landes verwendet werden, oder um Gemüsebau für den Weltmarkt zu treiben? Soll man auf die Intensivierung des Ackerbaus durch Einführung einer größeren Stallviehhaltung (was nur im Falle möglich ist, wenn durch Berieselung der Wiesen im Sommer, das ganze Jahr hindurch Grünfutter für das Vieh geerntet werden kann)

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