Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 7)
- Language
- German
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162 Hoher Entwicklungsstufe, das durch das Anwachsen seiner Bevölkerung langsam zur Intensivierung seiner Landwirtschaft gezwungen wird. Auch Obst- und Gemüsekultur werden intensiv betrieben und nur in bestimmten landwirtschaftlich bevorzugten Gegenden ist die Betriebsform intensiv. Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, daß von der gesamten Fläche " Spaniens von den Plänen der Regierung zirka 8 Prozent bewässert werden sollen •(das hieße für Palästina zirka 1800 Hektar), daß die Bewässerung vorgenommen werden soll in den Ariden- und Semiaridengebieten (ein Problem, auf das wir im dritten Teil noch einmal zu sprechen kommen) und daß große Regäerungs- und Kommiunalaufwendungen die Durchführung der Bewässerung ermöglichen. Die zukünftige Wertsteigerung der vor der Bewässerung söhr billigen Böden wird von den staatlichen und städtischen Instanzen eskomptiert und schafft so die großen Kapitalien, die für die Durchführung der Irrigationsprojekte notwendig sind. (Vergleiche International Review of Agricultural Economics 1926.) Die Angaben, die Dr. Soskin über Kalifornien macht, sind außerordentlich interessant. Sie lassen sich, nachdem wir oben schon einmal darauf hingewiesen haben, daß Kalifornien eine Provinz, aber kein Land ist, folgendermaßen zusammenfassen: 1. Aus einer Gesamtfläche von 400.000 Ouadratkilometerin sind 30.000 zur Kultivierung herausgegriffen worden, davon 24.000 bewässert. Hiebei wurden selbstverständlich nur die besten'Böden ausgesucht. 2. Große Bodenfläehen standen den Kolonisatoren zur Verfügung, so daß sie zwar bewässerte, aber trotzdem extensive Obstkultur treiben. Erst langsam beginnt in einer fortschreitenden Verkleinerung der Betriebsgrößen eine zunehmende Intensivierung des Betriebssystems. 3. Trotzdem werden 40 Prozent der Bodenfläche für Ackerbau, 34,5 Prozent für tierische Produkte und nur zirka 17 Prozent für Früchte und Obst benützt. Und auch hier entwickeln sich die intensiven Kulturarten iund später erst die intensive Betriebsform nur langsam und allmählich in Uebereinstimmung (mit den sich verändernden wirtschaftlichen Bedingungen (Bevölkerungsdichte, Binnenmarkt, Außenhandel usw.). Diese drei Tatsachen: Auswahl eines kleinen Prozentsatzes bester Böden (zirka 7,5 Prozent), große Bodenflächen und eine sich stetig fortentwickelnde allgemeine Landwirtschaft und ein wirtschaftlicher Aufstieg in jeder Beziehung werden uns als Vergleichsfaktoren noch wertvolle Dienste leisten. Doch bevor wir dazu übergehen, wollen wir einen kurzen Blick auf eine Tabelle werfen, die uns die wirklichen landwirtschaftlichen Verhältnisse verschiedener Länder zeigt: das Verhältnis der Bodennutzung für' die einzelnen Kulturarten. Die Zahlen