Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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161 Vergleichen zwischen Palästina und Kalifornien im allgemeinen zu leicht vergessen wird). Die gleiche Methode auf -andere besonders begünstigte Provinzen großer Länder.angewandt (etwa auf Valencia in Spanien oder New-Jersey etc.), würde natürlich noch weit überraschendere, aber in Wirklichkeit völlig nichtssagende Resultate ergeben. 3. Bei der Berechnung für Spanien benutzt Dr. Soskin die amtlichen Zahlen für 1903 bis 1912, erhöht sie aber in Anbetracht der gestiegenen Preise um 50 Prozent, indem er eine -solche Preissteigerung für 1913 zu 1925 annimmt. Diese Annahme ist aber zu willkürlich, denn während in der Tat der Weizeripreis im Jahre 1925 ungefähr um so viel höher war als 1913, so ist er 1924 nur unbeträchtlich gestiegen (von 19.12 Goldfrancs auf 20.97 Goldfrancs). Genau so verhält es sich bei den anderen Getreidearten. Der Preis für Wein ist 1924 und 1925 gegenüber dem Preis von 1913 gesunken (von 36.52 auf 33.01 und 34.80 Goldfrancs). Der Preis für Olivenöl ist nur um 20 bis 25 Prozent gestiegen. Die 50prozentige Steigerung des Wertes der spanischen Produktion ist also ebenfalls .zu willkürlich. (Alle unsere Zahlen entstammen den Veröffentlichungen des Internationalen Landwirtschaftsinstituts in Rom.) 4. Die Zahlen für Palästina sind für eine wirklich grundlegende Betrachtung nicht ausreichend. Es gibt in Palästina noch keine genügende Erntestatistik. Ein Teil der Zahlen beruht auf Berechnungen der Steuererträge, die Colonel Sawer gibt. Selbst die Richtigkeit dieser Zahlen, die noch die relativ genauesten sind, ist bei dem palästinensischen Schätzungssystem keine absolute. (Nur bemerkt sei, daß durch einen Druckfehler der Wert der Früchteproduktion von 715.000 Pfund nicht zum Ausdruck kommt.) Zwei andere entscheidende Zahlen, die für tierische Produktion und die für Gemüseproduiktion, sind dagegen reine Schätzungszahlen. Eine kleine Veränderung in den von Dr. Soskin angenommenen Grundzahlen über den Verbrauch auf den Kopf der Bevölkerung würde ein völlig anderes Bild ergeben. 5. Dr. Soskin erkennt ja die Ungeiiauigkeit der statistischen Daten selbst, glaubt jedoch, daß dies den Wert der Tabellen nicht beeinträchtigt, da die fundamentalen Tatsachen auch bei Korrekturen bestehen bleiben würden. Dies ist natürlich nur eine Behauptung, die nicht bewiesen wurde, und unsere Bemerkungen scheinen stark genug zu sein, sie noch erheblich zu erschüttern. Der Wert statistischer Berechnungen, besonders wenn man aus den Zahlenergebnissen bestimmte Konsequenzen zieht, d. h. möhr .als eine Illustration geben will, beruht jedoch nur auf ihrer Exaktheit Die Zahlen, die über Spanien .außenhalb der Tabelle noch angeführt werden, ergänzen das Bild, das Dr. Soskin mit Recht von der Entwicklung der spanischen Landwirtschaft zur. Bewässerung hin gibt: Ein Land mit relativ niedriger landwirtschaft-